Herkunftsnachweise und Stromkennzeichnung

Künftig sollen die Konsumenten mehr Transparenz über ihren Strommix erhalten. So wird seit 2013 der Nachweis über die Herkunft und die Qualität des Stroms für die gesamte schweizerische Produktion aus Kraftwerken mit einer Netzanschlussleistung über 30kVA erbracht. Vier Fragen dazu an Lukas Groebke, Fachspezialist für erneuerbare Energien und Herkunftsnachweise bei Swissgrid.

Was sind Herkunftsnachweise und wofür sind sie da?

Die von Swissgrid ausgestellten Nachweise garantieren die Herkunft des erzeugten Stroms. Sie zeigen also auf, aus welchem Kraftwerk und aus welcher Energiequelle der Strom stammt. Seit dem 1. Januar 2013 muss der Nachweis über die Herkunft und die Qualität des Stroms für die gesamte schweizerische Produktion aus Kraftwerken mit einer Netzanschlussleistung von über 30kVA erbracht werden. Alle vorhandenen Nachweise müssen für die Stromkennzeichnung verwendet werden. Dies bedeutet, dass der gelieferte Strommix auf der Rechnung beim Endverbraucher angegeben und zukünftig auf der Basis von Herkunftsnachweisen garantiert wird. Damit wird nicht nur auf Produktionsseite, sondern auch auf der Seite des Stromkonsumenten eine hohe Transparenz erreicht.

Welche Rolle hat Swissgrid in diesem Prozess?

Swissgrid ist seit 2007 akkreditierte «Zertifizierungsstelle für die Erfassung, Überwachung der Weitergabe, Ausstellung und Löschung von Herkunftsnachweisen» im Sinne der Verordnung des UVEK über den Nachweis der Produktionsart und der Herkunft von Elektrizität. Der Bereich «Herkunftsnachweise» agiert innerhalb von Swissgrid vollkommen unabhängig. Die jährliche Zulassung durch die Schweizerische Akkreditierungsstelle (SAS) garantiert, dass weder die Geschäftsleitung noch die Eigentümer von Swissgrid einen Einfluss auf diesen Geschäftsbereich ausüben. Das Bundesamt für Energie (BFE) ist die verantwortliche Aufsichtsbehörde.

Werden Herkunftsnachweise nur für erneuerbare Energiequellen ausgestellt?

Herkunftsnachweise werden auch für konventionelle Kraftwerke und Kernkraftwerke ausgestellt. Herkunftsnachweise geben grundsätzlich keine Auskunft über die ökologischen Auswirkungen des betreffenden Kraftwerks. Kriterien wie Restwassermengen, Fischzugänglichkeit oder Einbettung in die Landschaft sind keine Prüfkriterien der Herkunftsnachweiszertifizierung. Bei Kraftwerken mit erneuerbaren Energiequellen können zwecks Garantie von zusätzlichen Qualitäten (wie z.B. ökologische Nachhaltigkeit) Stromproduktelabels von anderen Organisationen auf dem Herkunftsnachweis mitgeführt werden.

Wie sicher kann sich der Endkonsument über die Zuverlässigkeit der Stromkennzeichnung sein?

Beim Herkunftsnachweis werden von der Produktion bis zum Endkonsumenten lückenlose Kontrollen durchgeführt. Es werden nur von unabhängiger Stelle beglaubigte Produktions- und Anlagedaten bei Swissgrid erfasst. Mit der Beglaubigung dieser Daten wird garantiert, dass die Produktion einer bestimmten Anlage tatsächlich ins Netz eingespeist wurde. Zusätzlich ist sowohl vertraglich als auch über durchgängige Kontrollen sichergestellt, dass für die auf dem Nachweis ausgewiesene Stromproduktion nicht gleichzeitig ein weiteres Zertifikat ausgestellt wird. Eine Mehrfachvermarktung des ökologischen Mehrwerts ist somit ausgeschlossen.

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