Positive Bilanz für das Jahr 2010

Swissgrid agiert in einem regulierten Umfeld. Ihr Erfolg kann daher nicht ausschliesslich am Umsatz oder am Gewinn gemessen werden. Ziel der nationalen Netzgesellschaft ist es, einen sicheren, leistungsfähigen und effizienten Netzbetrieb zu gewährleisten. Diese Ziele konnte Swissgrid im Geschäftsjahr 2010 erreichen: Der Betrieb des Übertragungsnetzes erfolgte ohne Unterbruch. Die Kosten für die Systemdienstleistungen konnten von 691 Mio. CHF auf 416 Mio. CHF verringert werden.


 

Ein grosser Anteil der von Swissgrid zu erbringenden Leistungen ist vom Stromversorgungsgesetz (StromVG) vorgegeben. Die Aufwendungen und Erträge in diesen Geschäftsfeldern werden von der Eidgenössischen Elektrizitätskommission (ElCom) überprüft. Finanzielles Highlight im Geschäftsjahr 2010 sind die Kosteneinsparungen bei der sogenannten Regelleistungsvorhaltung – dem grössten Kostenblock der Systemdienstleistungen. Die Regelleistungsvorhaltung dient zur Aufrechterhaltung der Netzstabilität. Swissgrid konnte diese Kosten durch gezielte Massnahmen, wie eine umfangreichere Produktepalette und die Gewinnung weiterer Anbieter, und aufgrund eines niedrigeren Preisniveaus auf den europäischen Strommärkten halbieren.

Gewinn ist begrenzt

 

Swissgrid hat – im Gegensatz zu Unternehmen, die im freien Wettbewerb tätig sind – ein vorwiegend reguliertes Ergebnis. Dieses regulierte Ergebnis (EBIT = Gewinn vor Abzug der Zinsen und Steuern) berechnet sich wie folgt: Alle für den Betrieb notwendigen Mittel dürfen zu einem vorgegebenen Zinssatz verzinst werden. Dieser Zinssatz wird von der ElCom jedes Jahr auf Grundlage der Stromversorgungsverordnung neu festgelegt. Swissgrid durfte 2010 ein reguliertes betriebliches Ergebnis von 3.5 Mio. CHF erwirtschaften. Von diesem Ergebnis werden die Fremdkapitalzinsen und die Steuern abgezogen; die verbleibende Restgrösse ist der Unternehmensgewinn oder -verlust. Swissgrid realisierte im Geschäftsjahr 2010 einen Unternehmensgewinn von insgesamt 2.7 Mio CHF.

Kosten werden durch Tarifeinnahmen gedeckt

 

Die eigenen Kosten deckt Swissgrid durch Tarifeinnahmen. Die Höhe der Tarife wird jeweils von der ElCom überprüft. Swissgrid berechnet die Tarife für das Folgejahr jeweils auf Basis der Kosten des Vorjahres. Die effektiven Aufwendungen und Erträge weichen in der Regel von dieser Tarifkalkulation ab. Die Über- oder Unterdeckungen müssen bei den zukünftigen Tarifkalkulationen berücksichtigt werden. Für das Geschäftsjahr 2010 waren die Aufwendungen höher als die Erträge; es entstand insgesamt eine Unterdeckung von 80 Mio. CHF. Hintergrund ist primär ein im Sommer 2010 veröffentlichtes Bundesverwaltungsgerichtsurteil, wonach Swissgrid den Kraftwerksbetreiber mit einer Leistung von mindestens 50 MW keine Kosten mehr für die Systemdienstleistungen verrechnen darf. Als Folge müssen die Kraftwerke, welche beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde eingereicht haben, für ihre früheren Zahlungen entschädigt werden.