Geschichte der Übertragungsnetze in Europa

1884

Schweizer Strompioniere

Inbetriebnahme der ersten Strom-Übertragungsleitung von der Taubenlochschlucht bei Biel in eine Drahtzieherei in Bözingen. Diese Leitungen sind auf Holzmasten entlang der Strassen montiert, über Dächer und zum Teil sogar an Hausfassaden entlang – der Beginn der Stromübertragung in der Schweiz.

1958

Schweiz, Deutschland und Frankreich spannen zusammen

Die drei Länder verbinden erstmals ihre 220 Kilovolt-Netze miteinander.

1967

Der Stern von Laufenburg

Die Stromnetze Deutschlands, Frankreichs und der Schweiz werden auch auf der höchsten Spannungsebene zusammengeschaltet. Das zentrale Schaltfeld der 380 Kilovolt-Netze ist in Laufenburg. Der Stern von Laufenburg bringt stabilere Netze und Versorgungssicherheit. Weitere 14 Länder schliessen sich im europäischen Verbundnetz UCPTE1 zusammen. Die Länder des kommunistischen Ostens (UCPTE2) sind nicht mit dem westeuropäischen Netz gekoppelt.

1984

Ost und West nähern sich an

Westeuropa nimmt den Stromhandel mit osteuropäischen Ländern auf. Politische und physikalische Schwierigkeiten müssen überwunden werden. Die beiden Netze sind nicht miteinander synchronisiert und arbeiten mit unterschiedlichen Spannungen, Frequenzen und Phasenlagen. Um trotzdem Strom auszutauschen werden Gleichstrom-Kurzkuppelungen eingesetzt.

1999

EU öffnet den Strommarkt

Die Mitgliedstaaten der EU liberalisieren ihre Strommärkte. Damit ändern sich auch für die Schweiz die Spielregeln: Energieproduzenten und Netzbetreiber, die am europäischen Strommarkt teilnehmen möchten, müssen ihre Aktivitäten entflechten. Gleichzeitig wird die UCPTE in die UCTE (Union for the Coordination of the Transmission of Electricity) umgewandelt und koordiniert die Arbeit von 29 Übertragungsnetzbetreibern aus 24 Ländern.

2006

Schweiz etabliert unabhängigen Übertragungsnetzbetreiber

Am 15. Dezember 2006 nimmt Swissgrid die operative Tätigkeit auf. Swissgrid betreibt das Schweizer Übertragungsnetz und kümmert sich um den Betrieb, die Sicherheit und den Ausbau des 6700 Kilometer langen Höchstspannungsnetzes. Insbesondere garantiert Swissgrid, dass der Zugang zum Netz transparent und diskriminierungsfrei gewährleistet ist.

2007

Erste Etappe: Strommarkt Schweiz geöffnet

Das neue Stromversorgungsgesetz bringt mehr Wettbewerb. Grossbezüger, die mehr als 100'000 Kilowatt-Stunden verbrauchen, können ihren Stromlieferanten wählen. Diese rund 50'000 Unternehmen machen die Hälfte des Schweizer Stromverbrauchs aus. 2014 soll der Strommarkt vollständig geöffnet werden. Die Liberalisierung in der Schweiz lehnt sich an EU-Richtlinien an. Ziel ist es, die Versorgungssicherheit und die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz zu erhöhen.

2009

Zusammenschluss Europäischer Übertragungsnetzbetreiber

Im Juli nahm ENTSO-E (European Network of Transmission System Operators for Electricity) seine Arbeit auf. ENTSO-E koordiniert die Zusammenarbeit von 42 europäischen Übertragungsnetzbetreibern und übernimmt damit die Aufgaben seiner sechs Vorgängerorganisationen UCTE, ETSO, ATSOI (Irland), UKTSOA (UK), NORDEL (Nordeuropa) und BALTSO (Baltische Staaten).

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