Kostensenkende Massnahmen

Zur Senkung der Kosten für Systemdienstleistungen (SDL) hat Swissgrid seit Einführung des SDL-Marktes im Januar 2009 eine Reihe von Massnahmen umgesetzt – dies mit grossem Erfolg.

Seit Einführung des SDL-Marktes hat Swissgrid eine Vielzahl von Anpassungen im Ausschreibeverfahren und in der Produktgestaltung vorgenommen. Damit konnte erreicht werden, dass die Anbieter von Systemdienstleistungen besseren Zugang zum Markt erhielten und flexiblere Angebotsmöglichkeiten bekamen. Dies wirkte sich speziell auf die Liquidität des Marktes und die Entwicklung der Preise aus. Die Kosten für SDL konnten damit seit Einführung des Marktes massiv reduziert und die Anzahl der Marktteilnehmer markant erhöht werden. Die Massnahmen sind im Einzelnen nachfolgend aufgeführt:

  • Der Wechsel vom Grenzpreisverfahren zum Angebotspreisverfahren bewirkte, dass jedem Anbieter sein Angebotspreis bezahlt wird. Im Gegensatz dazu wurde zu Beginn der Grenzpreis, der Preis des letzten erfolgreichen Angebotes, als Vergütungsbasis für alle Angebote verwendet.
  • Die freie Preisgestaltung bewirkte eine grosse Preisspanne zwischen dem günstigsten und dem teuersten Angebot, was sich in einem anfänglich sehr illiquiden Markt stark auf die Kosten auswirkte. Durch die temporäre Einführung von Preisobergrenzen konnten zudem übermässig hohe Angebote verhindert werden. Inzwischen sind die Preisobergrenzen wieder abgeschafft worden und die Preise bewegen sich im Normalfall unterhalb der früheren Obergrenzen.
  • Die zu Beginn monatlichen Ausschreibungen wurden durch wöchentliche und tägliche Ausschreibungen ersetzt. Dies erhöhte die Liquidität merklich, da nun auch Kraftwerke anbieten konnten, die für einige Tage im Monat für Revisionen nicht verfügbar waren. Zudem wurde damit das Risiko der Anbieter reduziert und der Eintritt von kleineren Anbietern vereinfacht.
  • Die minimale Grösse der Angebotsscheiben wurde reduziert. Dies ermöglicht nun auch Betreibern von kleineren Kraftwerken am Markt teilzunehmen.
  • Die Ausschreibungen wurden näher an die Lieferperioden heran gelegt, von zwei Wochen vor Lieferung auf eine Woche vor Lieferung. Damit besteht eine grössere Planungssicherheit bei den Kraftwerksbetreibern und die Risikozuschläge in den Angeboten können reduziert werden.
  • Das Notkonzept, das zum Zug kommt wenn zu wenige Angebote auf den Markt kommen, um den Bedarf zu decken, wird neu bereits nach der ersten Ausschreibung angewendet. Diese Massnahme erhöhte die Teilnahme an der ersten Ausschreibung, da die Kraftwerkbetreiber bei Unterdeckung zur Lieferung verpflichtet werden können.
  • Der Preis für die Ausgleichsenergie der Bilanzgruppen wurde massiv erhöht. Damit konnte erreicht werden, dass die Bilanzgruppen qualitativ bessere Verbrauchs- und Produktionsprognosen erstellten, um hohe Ausgleichskosten zu vermeiden. Dies wiederum hatte zur Folge, dass die Leistungsvorhaltung für die Regelung reduziert werden konnte, nachdem nicht mehr so hohe Abweichungen im Netz registriert worden waren.
  • Generell wurde von einer starren Leistungsvorhaltung auf eine den Anforderungen angepasste Leistungsvorhaltung gewechselt. Dies wurde möglich dank dem Aufbau des entsprechenden Know-hows und der Einführung eines Berechnungstools. Für jede Last- und Produktionssituation kann nun die Leistungsvorhaltung berechnet werden, ohne über die ganze Zeit den maximalen Wert vorhalten zu müssen.
  • Zur weiteren Reduktion der Leistungsvorhaltung wurde der Bilanzgruppen-Abrechnungsmodus so angepasst, dass die vorgeschriebene kontinuierliche Leistungsänderung beim Stundenwechsel in der Abrechnung berücksichtigt wird.
  • Nebst der Beschaffung von Systemdienstleistungen im Inland werden grosse Anstrengungen unternommen, diese auch im Ausland einzukaufen.