Mehrkostenfinanzierung (MKF)

Der Artikel 7 des Energiegesetzes (EnG) in der Fassung vom 26. Juni 1998 verpflichtet die Energieversorgungsunternehmen (EVU) dazu, den von unabhängigen Anlagenbetreibern gewonnenen Strom abzunehmen. Die EVU werden dadurch mit Mehrkosten belastet, die sich aus der Differenz zwischen dem garantierten Abnahmepreis von durchschnittlich 15/16 Rappen pro Kilowattstunde und dem marktorientierten Bezugspreis ergeben.

Die Mehrkostenfinanzierung ist seit 1.1.2005 in Kraft.

Facts MKF

  1. Für MKF-Anlagen besteht seit dem 1. Januar 2009 die Pflicht, Herkunftsnachweise erfassen zu lassen. Der Grundsatz lautet: «Ohne Herkunftsnachweise besteht kein Anspruch auf Vergütung von Mehrkosten.»
  2. Die Rückerstattung der Mehrkosten wird direkt an die für die produzierten Energiemengen erfassten Herkunftsnachweise gekoppelt.
  3. Das Anrecht auf Herkunftsnachweise steht grundsätzlich dem unabhängigen Anlagenbetreiber zu. Hiervon ausgenommen sind Anlagenbetreiber, die ihren Anspruch am ökologischen Mehrwert an ein Unternehmen der öffentlichen Energieversorgung abgetreten haben. In diesem Fall ist das Unternehmen der öffentlichen Energieversorgung an den Herkunftsnachweisen berechtigt. Dieses Anrecht muss gegenüber Swissgrid anhand des Formulars «HKN-Dauerauftrag» nachgewiesen werden.
  4. Unternehmen der öffentlichen Energieversorgung können Ihre Mehrkosten vierteljährlich über das Herkunftsnachweissystem geltend machen.
  5. Anlagen, die nach dem 1. Januar 2006 in Betrieb genommen wurden, oder die erheblich erneuert oder erweitert wurden, können sich nicht mehr an der Mehrkostenfinanzierung beteiligen. Sie können jedoch für die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) oder für die Einmalvergütung (EIV) angemeldet werden. Weitere Informationen zur KEV und zur EIV finden Sie unter Verweise.
  6. Die entstehenden Kosten der Mehrkostenfinanzierung werden gemäss dem Energiegesetz (Art 15b Abs. 1 lit. a) über Zuschläge auf die Übertragungskosten der Hochspannungsnetze gedeckt.

Funktionsweise der Mehrkostenfinanzierung

(Produzenten mit und ohne Lastgangmessung)

 
Wird die Mehrkostenfinanzierung weitergeführt?

Nur für bestehende Verträge zwischen Netzbetreibern und unabhängigen Anlagenbetreibern für die Abnahme von Elektrizität aus Anlagen, die erneuerbare Energien nutzen, gelten die Anschlussbedingungen nach Artikel 7 des Energiegesetzes in der Fassung vom 26. Juni 1998 weiter. Es können somit keine Anlagen neu in die MKF aufgenommen werden.

Diese gelten:

  • für Wasserkraftwerke bis zum 31. Dezember 2035
  • für alle übrigen Anlagen bis zum 31. Dezember 2025
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