Das Netz der Zukunft

Die Energiestrategie des Bundes und der europäischen Nachbarländer, der Kraftwerkseinsatz, der Energieaustausch mit Europa oder auch Technologieentwicklungen sind einige Faktoren, welche Einfluss auf das Schweizer Übertragungsnetz haben. Damit das aktuelle Netz auf die künftigen Rahmenbedingungen und Anforderungen angepasst werden kann, bedarf es einer umfassenden Netzplanung. Aktuell erarbeitet Swissgrid das Zielnetz 2035. Als Basis dient das strategische Netz 2020, welches wiederum eine Weiterentwicklung des strategischen Netzes 2015 darstellt.

Zielnetz 2035

Auf Basis des strategischen Netzes 2020 entwickelt Swissgrid in Abstimmung mit dem Bund, der Branche und den europäischen Netzbetreibern aktuell das Zielnetz 2035. Dieses wird die bestehenden Engpässe beseitigen und die Umsetzung der Energiestrategie des Bundes unterstützen. Zudem muss das Netz 2035 den Anforderungen der Zukunft genügen und erweiterbar sein, falls neue Technologien (Bsp. Supergrid) zum Einsatz kommen. Der Planungshorizont 2035 ist abgestimmt auf die Energiestrategie des Bundes und die Netzausbauplanung der europäischen Netzbetreiber (ENTSO-E).

Seit Januar 2013 ist Swissgrid für die Planung des Schweizer Übertragungsnetzes verantwortlich. Swissgrid koordiniert dabei unter anderem die Verteilnetzbetreiber und Kraftwerksbetreiber im Rahmen der Swissgrid-Arbeitsgruppe «Regionale Koordination Netzentwicklung» (AG RKN).

Die Schritte der Netzplanung sehen wie folgt aus:

  • Szenarien und Annahmen treffen: Basis bilden hier die Szenarien des Bundes und der ENTSO-E.
    • Prognosen zur Verbrauchsentwicklung
    • Annahmen zur Produktionsentwicklung
  • Durchführung von Marktsimulationen: Mit den Marktsimulationen lassen sich aus den Energieszenarien der künftige Kraftwerkseinsatz und der Austausch mit dem Ausland bestimmen.
  • Transportbedarf 2035 identifizieren: Basierend auf den Marktsimulationsergebnissen werden Netzsimulationen zur Feststellung des künftigen Transportbedarfs durchgeführt.
  • Netzplanung entwerfen: Erster Netzplan 2035 entwerfen, welcher dem Transportbedarf gerecht wird. Dies wird nach dem NOVA-Prinzip durchgeführt. Das bedeutet, dass zunächst das Netz optimiert, dann verstärkt und erst anschliessend ausgebaut wird (Netzoptimierung vor Verstärkung vor Ausbau).
  • Robustheit des Netzplans 2035 überprüfen: Die Ausbauprojekte werden volkswirtschaftlich und technisch bewertet.
  • Netzplanung finalisieren: Das Zielnetz 2035 wird in der ersten Jahreshälfte 2014 vorliegen.

Bereits heute zeigt sich, dass 8 Erneuerungs- und Ausbauprogramme dringend realisiert werden müssen und auf alle Fälle für das Netz der Zukunft benötigt werden.

Strategisches Netz 2020

Beim strategischen Netz 2020 handelt es sich um eine Weiterentwicklung des strategischen Netzes 2015. Das Netz 2020 beseitigt die bestehenden und prognostizierten Engpässe im Übertragungsnetz, die vor allem im Zusammenhang mit dem geplanten Kraftwerksausbau zu erwarten sind. Hierzu sind nicht nur die sich in Bau befindenden Pumpspeicherkraftwerke berücksichtigt worden, sondern auch die neu geplanten Pumpspeicherkraftwerke. Das strategische Netz 2020 wurde mit den Ausbauvorhaben der europäischen Netzbetreiber (ENTSO-E) koordiniert und abgestimmt. Rund 52 Erneuerungs- und Ausbauprojekte sind im strategischen Netz 2020 enthalten.

Strategisches Netz 2015

Der Bundesrat hat im März 2009 das strategische Netz 2015 verabschiedet, um die Lücken im Stromübertragungsnetz zu schliessen. Dazu hat er Leitungsbauprojekte für die allgemeine Stromversorgung (50-Hertz-Bereich) und die Bahnstromversorgung (16.7-Hertz-Bereich) festgelegt. Das strategische Netz umfasst sowohl neu zu erstellende Leitungen, Unterwerke und Transformatoren als auch bestehende Leitungen sowie Leitungen und Anlagen, die ausgebaut oder ersetzt werden müssen.

Ziel des strategischen Netzes 2015 ist es, strukturelle Engpässe zu beheben und den Anschluss der Pumpspeicherkraftwerke, welche sich in Bau befinden, zu gewährleisten.

Nach der Panne im Bahnstromnetz der SBB im Sommer 2005 hat das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK)  eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Diese hatte den Auftrag, die für die Versorgungssicherheit strategisch wichtigen Übertragungsleitungen zu definieren und die Lücken im Netz zu identifizieren. Die Arbeitsgruppe definierte das strategische Netz und legte eine Liste mit Ausbauprojekten vor, die in den nächsten Jahren realisiert werden müssen. Ein unabhängiger Experte hat im Auftrag des Bundesamts für Energie das strategische Netz und die Ausbauvorhaben der Arbeitsgruppe überprüft und im Wesentlichen bestätigt.

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