Neue Wege in der Energiepolitik

Der Bundesrat hat im Mai 2011 vorgeschlagen, schrittweise aus der Kernenergie auszusteigen. Mit dem Dokument «Grundlagen für die Energiestrategie des Bundesrates» werden verschiedene Varianten für einen künftigen Stromkonsum und Energiemix aufgezeigt. Das hat Auswirkungen auf das Schweizer Übertragungsnetz:  Die Prioritäten für geplante Um- und Ausbauprojekte müssen teilweise neu definiert werden.

 

Priorisierung Netzausbau - Stand September 2011

 

Neue Energiestrategien & Netzausbau

 

Einige Netzausbau- und Erneuerungs-Programme sind unumgänglich und müssen - unabhängig von der gewählten Energiestrategie - mit höchster Priorität realisiert werden. Sie dienen zur Beseitigung der bestehenden Engpässe. Ausserdem entsteht ab 2019 durch die Abschaltung der Kernkraftwerke eine Deckungslücke im Energiehaushalt, die geschlossen werden muss. Das Bundesamt für Energie schlägt drei Alternativen vor: den Ausbau fossil-zentraler Kraftwerke (Gas- und Dampfkombikraftwerke), den Ausbau fossil-dezentraler Kraftwerke (Wärmekraftkopplung-Anlagen) oder den Ausbau erneuerbarer Energiequellen. Je nach dem, welche Variante verfolgt wird, ergeben sich folgende Konsequenzen für die Ausbauten des Übertragungsnetzes: 

  • Variante «Fossil-zentral und Erneuerbar»
    An erster Stelle müssen die Ausbauten getätigt werden, welche die Energie zu den Pumpspeicherkraftwerken in den Alpen und zurück zu den Verbraucherzentren transportieren.

  • Variante «Fossil-dezentral und Erneuerbar» und Variante «Erneuerbar»
    Durch den benötigten Import von Bandenergie müssen die Leitungen vom Mittelland in Richtung der nördlichen Nachbarländer zwingend ausgebaut werden. Zusätzlich sind die bereits priorisierten und geplanten Ausbauten, wie beispielsweise der Anschluss der Pumpspeicherkraftwerke, zu realisieren. Für den Anschluss von grossen erneuerbaren Energiequellen, wie beispielsweise die Windparks in Nordeuropa, müssen ebenfalls entsprechende Zuleitungen gebaut werden.

Swissgrid wird bis Anfang 2012 eine strategische Netzplanung 2035 erarbeiten, welche detailliert die Auswirkungen der neuen Energiestrategie auf die Leitungsprojekte analysiert.

Legende zu den Netzausbau-Projekten


1. Gemmi+

2. Transformation Bickigen/Bassecourt

3. Goms+

4. Bassecourt – Mühleberg – Romanel

5. Beznau – Mettlen

6. Abtransport Unterwallis

7. Mettlen – Ulrichen

8. Pradella – La Punt

9. Mettlen – Rüthi/Rüthi – Bonaduz/Meiningen – Rüthi

Stichwort «Bandenergie»


Bandenergie ist diejenige Energie, die in gleicher Menge rund um die Uhr produziert wird. Sie deckt den Grundbedarf an Energie und ist essentiell für Versorgungssicherheit und Netzstabilität. Bandenergie wird in der Schweiz hauptsächlich durch Kernkraftwerke und in geringerem Umfang durch Laufwasserkraftwerke geliefert.