Welches Ziel verfolgt die Metastudie?
Das Ziel der Metastudie ist es, den heutigen Erkenntnisstand zum Thema «Merkmale von Freileitungen und Erdkabelleitungen» anhand der Analyse von bestehenden europäischen wissenschaftlichen Primär-Untersuchungen und Projektstudien aufzuarbeiten und zusammenzufassen. Damit wird mit der Metaanalyse eine wissenschaftlich fundierte Basis geschaffen, die den Stand der aktuellen Wissenschaft und Projektierung von Ausbauprojekten abbildet und auf einer fachlich neutralen Ebene eine Zusammenschau ermöglicht.
Zum ersten Mal im europäischen Raum wurden in dieser Metastudie 176 allgemeine und projektorientierte Studien sowie unspezifische Dokumente aus den Jahren 2000 bis 2011 zusammengetragen und untersucht, die in Ländern mit einer mit der Schweiz vergleichbaren Infrastruktur zur Thematik Netzausbau im Übertragungsnetz publiziert wurden.
Wer hat an der Studie mitgewirkt?
Die Studie wurde von einem interdisziplinär zusammengesetzten Team bestehend aus Ingenieuren und Sozialwissenschaftlern durchgeführt. Zudem wurde von Swissgrid ein Studienbeirat eingesetzt, der die Interessensgruppen im Umfeld von Netzausbauprojekten repräsentiert und Mitglieder der Ämter (BFE, BAFU, ElCom), von relevanten Verbänden und Umweltexperten (Verein «Hochspannung unter den Boden», Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, Sigmaplan), Wissenschaft (Forschungsstelle Energienetze ETHZ, Berner Fachhochschule, Fachhochschule Wallis, Avenir Suisse), sowie der Branche (ABB, Swisselectric, Swissgrid) umfasst.
Warum hat Swissgrid diese Studie in Auftrag gegeben?
Das vorrangige Anliegen von Swissgrid ist es, die Versorgungssicherheit der Schweiz langfristig sicherzustellen. Dies erfordert den Aus- und Umbau des heute bereits überlasteten Übertragungsnetzes. Die im Bau befindlichen Pumpspeicherkapazitäten in den Alpen sowie die neue Energiestrategie des Bundes können nur mit dem Ausbau des Strategischen Netzes 2020 realisiert werden. Als nationale Netzgesellschaft hat Swissgrid ein übergeordnetes Interesse daran, die jeweils beste Lösung im Sinne der Schweizer Volkswirtschaft und Bevölkerung zu finden: folgerichtig ist sie nicht grundsätzlich für oder gegen (Teil-) Erdverkabelung. Ihr Anliegen ist es, die jeweiligen Auswirkungen beider Technologien neutral, verständlich und transparent den betroffenen Interessengruppen darzustellen.
Was sind die wichtigsten Erkenntnisse aus der Metastudie?
Die Metastudie untersucht die Themen Technik, Bau, Betrieb, Wirtschaftlichkeit, Mensch und Umwelt. Dabei hat sich gezeigt, dass nur wenige Studien die aus Sicht des Beirats relevanten Entscheidkriterien abdecken: Ein Viertel der Studien berücksichtigen weniger als 50% der Kriterien. Die Metastudie bestätigt damit, dass es einen standardisierten, allgemein verbindlichen Prozess und rechtlich zuverlässigen Referenzrahmen (Richtlinien, Kriterien) zur sozioökonomischen Bewertung von Freileitungen und Erdkabeln braucht. Dieser muss breit abgestützt und transparent kommuniziert sein.
Swissgrid versteht es als Auftrag, transparent über die unterschiedlichen Eigenschaften von Freileitungen und Erdkabelleitungen zu informieren. Mit Blick auf die aktuelle Energiepolitik und den hierfür notwendigen Netzausbau liefert die Metastudie wichtige Erkenntnisse für die Netzentwicklung.