Erdverkabelung

Praxistauglichkeit weitgehend unbekannt

Für den sicheren Betrieb stehen Verfügbarkeit, Belastbarkeit und Übertragungskapazität einer Leitung sowie Personen- und Anlagenschutz im Vordergrund.

Die Technologie der 380-Kilovolt-Erdkabelleitungen wurde in den letzten Jahren zwar stark weiterentwickelt, ist aber in der Praxis noch wenig erprobt und wird weltweit derzeit noch zurückhaltend und mit Vorsicht eingesetzt. Dies nicht zuletzt deshalb, weil die für einen sicheren Betrieb notwendigen Erfahrungswerte noch nicht in hinreichendem Masse vorliegen.

Swissgrid hat den gesetzlichen Auftrag, für einen diskriminierungsfreien, zuverlässigen und leistungsfähigen Betrieb des Übertragungsnetzes zu sorgen. Swissgrid ist also dazu verpflichtet, alle Massnahmen unter dem Aspekt der Versorgungssicherheit zu beurteilen und eine Entscheidung zu treffen.

Wenn von Versorgungssicherheit die Rede ist, müssen verschiedene Aspekte betrachtet werden: die Auswirkungen von Erdverkabelungen auf das Gesamtsystem, die Erfahrung im Betrieb, das Verhalten und komplexe Zusammenspiel der verschiedenen Bestandteile einer Erdverkabelung sowie die Anwendung der Technologie in Höchstspannungsnetzen.

Das Übertragungsnetz ist ein stark vermaschtes Netz, was die Komplexität und Sensibilität des Systems im Vergleich zu Mittel- und Niederspannungsnetzen erhöht. In einem vermaschten Netz können bei zunehmendem Verkabelungsanteil Effekte auftreten, die auf die unterschiedlichen physikalischen Eigenschaften von Freileitungen und Erdverkabelungen zurückzuführen sind. Das kann zu einer Instabilität des Netzes führen, die zusätzlich zu Spannungshaltung und Frequenzschwankung beherrscht werden müsste.

Swissgrid setzt sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten für Praxistests ein, um herauszufinden, welche Bauweise zweckmässig ist, um eine der Freileitung gleichwertige Kabelstrecke betreiben zu können.

Technologische Entwicklungen

Die Erdverkabelung hat insbesondere im Hochspannungsnetz bis 150 Kilovolt in den letzten Jahren eine gewaltige technologische Entwicklung hinter sich. Das macht die Verwendung zunehmend attraktiver, umweltverträglicher und kostenkompetitiver.

Im Höchstspannungsnetz bei Spannungen bis 380 Kilovolt sind der Technologie bis heute weltweit aufgrund der hohen Anforderungen an Kapazitäten und Verfügbarkeit sowie Systemfunktionalität Grenzen gesetzt.

Die kritischen Elemente einer Erdverkabelung stellen die Muffe und die Kabelendverschlüsse dar. Muffen sind die Verbindungsstücke zwischen zwei Erdkabeln, die ab einer gewissen Kabellänge notwendig werden. Endverschlüsse werden beim Übergang von der Freileitung zur Erdverkabelung eingesetzt.

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