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Hybride Freileitungen

Mehr Strom ohne zusätzliche Leitungen

Die Modernisierung des Stromnetzes lässt vielerorts auf sich warten. Grund dafür ist die fehlende Akzeptanz für neue Stromleitungen. Hybride Freileitungen bieten einen Ausweg aus dem Dilemma. Dank Umrüstung kann bis zu 50 Prozent mehr Strom über bestehende Freileitungen transportiert werden.

Hybride Freileitungen kombinieren statt den üblichen zwei Wechselstromsystemen (AC) ein Wechsel- und ein Gleichstromsystem (DC) auf denselben Masten. Damit steigt die Transportkapazität. Die Leitungen bleiben dabei in Höhe und Breite identisch. Das kann den Neubau von Leitungen sowie Eingriffe in die Landschaft vermeiden.

Aufgrund von Interferenzen zwischen den AC- und DC-Systemen treten jedoch abhängig von Wetterbedingungen, Verschmutzung der Leiterseile und der Distanz zwischen den Gleich- und Wechselspannungsleitern Geräusche sowie elektrische Felder auf.

Hybridleitungen im Feldversuch
Hybridleitungen im Feldversuch

Eine Forschungsgruppe der ETH Zürich untersucht im Rahmen des Nationalen Forschungsprogrammes «Energiewende» (NFP 70) die optimale Auslegung des Systems. Dabei testen die Forschenden um Projektleiter Christian Franck, Professor am Institut für Hochspannungstechnik, Spannung und Mastgeometrie an Leitungen im Labor und unter realen Bedingungen im Freien. Ziel dabei ist, Leitungen mit hohen Übertragungskapazitäten und geringen negativen Auswirkungen auf die Umwelt zu entwickeln.

Neben der Entwicklung der neuen Technologie wurden auch die Chancen und das Vorgehen, damit diese die nötige gesellschaftliche Akzeptanz findet, untersucht. Dies wurde in Zusammenarbeit mit dem Institut für Politikwissenschaft der Universität Bern vorgenommen. Isabelle Stadelmann-Steffen, Professorin an der Universität Bern, untersucht im Nationalen Forschungsprogramm «Steuerung des Energieverbrauchs» (NFP 71) die gesellschaftliche Akzeptanz erneuerbarer Energien. Die Befragung von rund 1300 Personen zu deren Einstellung gegenüber hybriden Freileitungen ergab drei zentrale Erkenntnisse:

  1. Es braucht Informationen zur neuen Technologie. Die Bevölkerung soll möglichst früh in das Vorhaben einbezogen werden und die Möglichkeit haben, ihre Sorgen und Bedenken einzubringen.
  2. Alternativen müssen aufgezeigt werden. Die Studie zeigt, dass die Umrüstung einer bestehenden Leitung in eine Hybridleitung bliebter ist als eine neue konventionelle Leitung.
  3. Die Akzeptanz ist umso höher, je mehr es gelingt, negative Effekte einer Technologie zu verringern.

Sprechen Sie mit Experten von der ETH Zürich und Swissgrid über das Projekt. Besuchen Sie uns an den Powertagen (Halle 6, Stand J09) vom 5. bis 7. Juni 2018 in der Messe Zürich.


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