Anpassungen im SDL-Markt

Seit Einführung des SDL-Marktes hat Swissgrid eine Vielzahl von Anpassungen im Ausschreibeverfahren und in der Produktgestaltung vorgenommen. Damit konnte erreicht werden, dass die Anbieter von Systemdienstleistungen besseren Zugang zum Markt erhielten und flexiblere Angebotsmöglichkeiten bekamen. Die bisher durchgeführten Anpassungen sind im Einzelnen nachfolgend aufgeführt:

  • Der Wechsel vom Grenzpreisverfahren zum Angebotspreisverfahren bewirkte, dass jedem Anbieter sein Angebotspreis bezahlt wird. Im Gegensatz dazu wurde zu Beginn der Grenzpreis, der Preis des letzten erfolgreichen Angebotes, als Vergütungsbasis für alle Angebote verwendet.
  • Die freie Preisgestaltung bewirkte eine grosse Preisspanne zwischen dem günstigsten und dem teuersten Angebot, was sich in einem anfänglich sehr illiquiden Markt stark auf die Kosten auswirkte. Durch die temporäre Einführung von Preisobergrenzen konnten zudem übermässig hohe Angebote verhindert werden. Inzwischen sind die Preisobergrenzen wieder abgeschafft worden und die Preise bewegen sich im Normalfall unterhalb der früheren Obergrenzen.
  • Die zu Beginn monatlichen Ausschreibungen wurden durch wöchentliche und tägliche Ausschreibungen ersetzt. Dies erhöhte die Liquidität merklich, da nun auch Kraftwerke anbieten konnten, die für einige Tage im Monat für Revisionen nicht verfügbar waren. Zudem wurde damit das Risiko der Anbieter reduziert und der Eintritt von kleineren Anbietern vereinfacht.
  • Die minimale Grösse der Angebotsscheiben wurde reduziert. Dies ermöglicht nun auch Betreibern von kleineren Erzeugungseinheiten am Markt teilzunehmen.
  • Die Ausschreibungen wurden näher an die Lieferperioden heran gelegt, von zwei Wochen vor Lieferung auf eine Woche vor Lieferung. Damit besteht eine grössere Planungssicherheit bei den Kraftwerksbetreibern und die Risikozuschläge in den Angeboten können reduziert werden.
  • Der Preis für die Ausgleichsenergie der Bilanzgruppen wurde erhöht. Damit konnte erreicht werden, dass die Bilanzgruppen qualitativ bessere Verbrauchs- und Produktionsprognosen erstellten, um Ausgleichskosten zu vermeiden. Dies wiederum hatte zur Folge, dass die Leistungsvorhaltung für die Regelung reduziert werden konnte, nachdem nicht mehr so hohe Abweichungen im Netz registriert worden waren.
  • Generell wurde von einer starren Leistungsvorhaltung auf eine den Anforderungen angepasste Leistungsvorhaltung gewechselt. Dies wurde möglich dank dem Aufbau des entsprechenden Know-hows und der Einführung eines Berechnungstools. Für jede Last- und Produktionssituation kann nun die Leistungsvorhaltung berechnet werden, ohne über die ganze Zeit den maximalen Wert vorhalten zu müssen.
  • Zur weiteren Reduktion der Leistungsvorhaltung wurde der Bilanzgruppen-Abrechnungsmodus so angepasst, dass die vorgeschriebene kontinuierliche Leistungsänderung beim Stundenwechsel in der Abrechnung berücksichtigt wird.
  • Nebst der Beschaffung von Primärregelleistung im Inland, wird ein Anteil in einer gemeinsamen Ausschreibung mit Deutschland beschafft (d.h. die Schweiz bezieht aus oder liefert nach Deutschland). Des Weiteren können französische Anbieter in die Schweizer Ausschreibung bieten. Eine weitere Öffnung ist geplant.
  • Die Regelzone Schweiz trat am 1. März dem ersten Modul des deutschen Netzregelverbunds bei: Es erfolgt eine Saldierung des Ungleichgewichts aller teilnehmenden Länder, bevor anteilsmässig Regelleistung aktiviert wird. Dadurch konnte der Abruf von Regelleistung in der Schweiz reduziert und Kosten eingespart werden.
  • Für den effizienten Einsatz von Tertiärregelleistung hat Swissgrid eine entsprechende Prognosesystematik erarbeitet. Damit kann die Sekundärregelung entlastet werden.
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