Förderung von erneuerbaren Energien

Erneuerbare Energien sind Energien aus Quellen, die sich kurzfristig von selbst wieder erneuern oder deren Nutzung nicht zur Erschöpfung der Quelle beiträgt. Neben der in der Schweiz traditionell stark genutzten Wasserkraft werden auch Biomasse, Geothermie, Sonnen- und Windenergie als «erneuerbare Energien» bezeichnet.

Swissgrid wickelt für den Bund die Auszahlung der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) und der Einmalvergütung (EIV) für kleine Photovoltaikanlagen ab. Damit werden Anlagenbetreiber unterstützt, deren Anlagen Strom aus erneuerbarer Energie erzeugen.

In der Volksabstimmung vom 21. Mai 2017 hat das Schweizer Stimmvolk das erste Massnahmenpaket der Energiestrategie 2050, und damit das Energiegesetz (EnG) vom 30. September 2016 angenommen. Der Bundesrat hat am 1. November 2017 beschlossen, dass das neue Energiegesetz am 1. Januar 2018 in Kraft treten wird.

Der Bundesrat hat am 1. November 2017 auch die zum Gesetz gehörenden Verordnungen verabschiedet. Diese werden ebenfalls auf den 1. Januar 2018 in Kraft treten. In den Verordnungen sind unter anderem die neuen Vergütungsbedingungen ab 2018 festgelegt.

Ihr eigenes Projekt

Es ist uns ein Anliegen, Sie aus erster Hand über die Veränderungen zu informieren. Deshalb werden wir im Dezember 2017 alle KEV-Anlagenbetreiber und alle Antragsteller auf der Warteliste individuell über das weitere Vorgehen informieren.

Im Folgenden fassen wir die wichtigsten Änderungen ab 1. Januar 2018 zusammen:

Förderung Neuanlagen

Mit dem neuen Energiegesetz werden nur noch Neuanlagen gefördert. Als Neuanlagen gelten Anlagen, welche nach dem 1. Januar 2013 in Betrieb genommen worden sind.

Angepasste Tarife des Einspeisevergütungssystems

Die bisherige kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) wird durch das Einspeisevergütungssystem (EVS) abgelöst. Das EVS ist nicht mehr kostendeckend, sondern wird neu kostenorientiert ausgestaltet.

Für die Berechnung des Vergütungstarifs Ihrer Anlage steht unser Tarifrechner zur Verfügung.

Direktvermarktung

Spätestens ab 2020 werden Betreiber von grossen EVS-Anlagen ihren erzeugten Strom selber vermarkten müssen. Die Pflicht zur Direktvermarktung haben:

  • Betreiber mit einer Leistung ab 500 kW, die Ende 2017 bereits die KEV erhalten haben.
  • Betreiber von Anlagen mit einer Leistung ab 100 kW, die ab 2018 in das EVS aufgenommen werden.

Allen anderen steht es frei, ebenfalls in die Direktvermarktung zu wechseln. Dies ist bereits auf das 2. Quartal 2018 möglich. Der Wechsel ist endgültig und kann nicht rückgängig gemacht werden.

Weiterführende Informationen zur Direktvermarktung finden Sie auf dem Faktenblatt des BFE.

Photovoltaik

Die Einmalvergütung wird auf grosse Anlagen ausgeweitet. Dabei wird zwischen zwei Systemen unterschieden:

  • Einmalvergütung für kleine Anlagen (KLEIV)
    Betreiber von Anlagen mit einer Leistung von weniger als 100 kW erhalten ab 2018 ausschliesslich die «Einmalvergütung für kleine Anlagen» (KLEIV). Die KLEIV kann erst nach erfolgter Inbetriebnahme beantragt werden, die Auszahlung der KLEIV erfolgt in Reihenfolge des Eingangsdatums der vollständigen Meldung der Inbetriebnahme.
  • Einmalvergütung für grosse Anlagen (GREIV)
    Betreiber von Anlagen mit einer Leistung ab 100 kW können grundsätzlich zwischen dem EVS und der «Einmalvergütung für grosse Anlagen» (GREIV) wählen. Analog zum EVS wird die Warteliste der GREIV nach Anmeldedatum abgearbeitet. Im Gegensatz zur KLEIV ist es nicht erforderlich, die Anlage vor dem Erhalt einer Förderzusage zu realisieren.

Für die Berechnung der Vergütung Ihrer Anlage steht der Tarifrechner zur Verfügung.

Wasserkraft

  • Wasserkraftanlagen mit einer Leistung von weniger als 1 Megawatt sind ab 2018 grundsätzlich vom Einspeisevergütungssystem ausgeschlossen. Weiterhin zugelassen sind Nebennutzungsanlagen.
  • Bei Erweiterungen von Wasserkraftwerken, welche bereits durch die EVS vergütet werden, wird neu ein Mischtarif vergütet.
  • Ab 2018 können Neuanlagen mit einer Leistung von mehr als 10 MW oder erhebliche Erweiterungen/Erneuerungen bestehender Anlagen von mindestens 300 kW einen Investitionsbeitrag in Anspruch nehmen. Die Abwicklung erfolgt durch das BFE.

Biomasse

  • Kehrichtverbrennungs-, Schlammverbrennungs-, Klärgas-und Deponiegasanlagen werden ab dem 1. Januar 2018 nicht mehr durch das EVS gefördert. Neue Kehrichtverbrennungs- und neue Klärgasanlagen sowie neue Holzheizkraftwerke von regionaler Bedeutung und erhebliche Erweiterungen/Erneuerungen solcher Anlagen können einen Investitionsbeitrag in Anspruch nehmen. Die Abwicklung erfolgt durch das BFE.
  • Bei Erweiterungen von Biomasseanlagen, welche bereits durch das EVS vergütet werden, wird neu ein Mischtarif vergütet.

Bestandesschutz für Anlagen im EVS und für Projekte mit positivem Bescheid

Von den oben stehenden Ausschlüssen aus dem EVS geschützt sind Anlagen, welche bereits durch die bisherige KEV vergütet wurden oder bereits über einen positiven Bescheid verfügen.

Nicht geschützt vor diesen Veränderungen sind Projekte auf der Warteliste.

Zukunft der Förderprogramme

  • Für das EVS werden ab Ende 2022 keine neuen Förderbescheide mehr ausgestellt.
  • Für die EIV werden ab Ende 2030 keine neuen Förderbescheide mehr ausgestellt.

Weiterführende Informationen finden Sie auf den Faktenblättern des BFE.

Kostendeckende Einspeisevergütung KEV

Mit Ausnahme der Wasserkraft ist heute der Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Energieverbrauch der Schweiz noch bescheiden.

Am 23. März 2007 hat das Parlament im Zuge der Verabschiedung des Stromversorgungsgesetzes auch das Energiegesetz revidiert. Dieses schreibt vor, die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2030 um mindestens 5'400 GWh zu erhöhen. Der Hauptpfeiler für dieses Ziel ist die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV). Sie wurde am 1. Mai 2008 eingeführt, um die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien finanziell zu fördern.

Mit der KEV wird der Bau von neuen Anlagen gefördert, welche Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen. Swissgrid ist die zentrale Ansprechstelle für die Anmeldungen und Abwicklung der Förderung.

Mehr Informationen zu den Funktionsmechanismen der KEV finden Sie unter «Facts Kostendeckende Einspeisevergütung».

Einmalvergütung EIV

Die Einmalvergütung (EIV) wurde mit einer Revision des Energiegesetzes eingeführt, welche das Parlament im Juni 2013 beschlossen und der Bundesrat auf den 1. Januar 2014 in Kraft gesetzt hat. Mit der EIV erhalten Betreiber von kleinen Photovoltaikanlagen statt der KEV einen einmaligen Investitionsbeitrag (Einmalvergütung).

KEV oder EIV?

Folgende Übersicht zeigt Ihnen die Unterschiede zwischen der EIV und der KEV auf einen Blick:

  EIV KEV
Häufigkeit der Vergütung Es handelt sich um eine einmalige Investitionshilfe Die Vergütung erfolgt quartalsweise aufgrund der ins Netz eingespeisten Strommenge
Höhe der
Vergütung
Die Vergütung beträgt ungefähr 30% der Investitionskosten einer Referenzanlage 1) Die Vergütung ist kostendeckend 1). Die Höhe der Vergütung wird ebenfalls anhand von Referenzanlagen festgelegt.
Zeitpunkt der Vergütung Die Auszahlung erfolgt nach Einreichen der vollständigen Inbetriebnahmemeldung, sofern die finanziellen Mittel vorhanden sind. Der Eintrittszeitpunkt in die KEV ist ungewiss; Photovoltaikanlagen verbleiben auf der Warteliste, bis die Warteliste zum entsprechenden Anmeldedatum abgebaut werden kann. Für alle weiteren Technologien finden Sie die Informationen unter Verweise – Warteliste.

Die Aufnahme in die KEV erfolgt mittels jährlichen Kontingenten, welche das BFE freigibt.

 

1) Die Vergütungssätze sind in der Energieverordnung festgelegt.

 
Anspruchsberechtigung

Folgende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick, ob Sie Anspruch auf die Einmalvergütung (EIV), die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) oder sogar ein Wahlrecht zwischen EIV und KEV haben. Um Ihre Anspruchsberechtigung zu ermitteln, benötigen Sie folgende Informationen:

  • Das Anmeldedatum Ihrer Anlage
  • Das tatsächliche Inbetriebnahmedatum Ihrer Anlage
  • Die realisierte Anlagenleistung (normierte DC-Spitzenleistung)
Anmeldedatum Realisierte Anlageleistung
  0 < 2 kWp 2 < 10 kWp 10 < 30 kWp Ab 30 kWp
bis und mit 31.12.2012 KEV WR WR KEV
Vom 01.01.2013 bis 31.03.2014 EIV 1) EIV WR 2) KEV
ab 01.04.2014 x EIV 3) WR 2) KEV
1) Bei einer Inbetriebnahme vor 01.06.2014: EIV, bei einer Inbetriebnahme ab 01.06.2014: weder EIV noch KEV
2) Bei einer Inbetriebnahme bis 31.12.2012: nur KEV möglich
3) Bei einer Inbetriebnahme bis 31.12.2012: weder EIV noch KEV
Legende
EIV   Einmalvergütung
KEV   Kostendeckende Einspeisevergütung
WR   Wahlrecht
x   Weder KEV noch EIV

 
Der Anspruch auf die Einmalvergütung kann erst dann abschliessend geprüft werden, wenn Swissgrid die vollständige Inbetriebnahmemeldung vorliegt.

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Kostendeckende Einspeisevergütung

Einmalvergütung

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