Netzausbau ist notwendig

Der steigende Stromkonsum, neue Kraftwerke im In- und Ausland und die zunehmende dezentrale Erzeugung aus erneuerbaren Energien stellen das Übertragungsnetz vor grosse Herausforderungen. Eine nachhaltige Energiezukunft erfordert auch die Modernisierung des Übertragungsnetzes. Netzengpässe sind zu beseitigen und Lücken im Übertragungsnetz bedarfsgerecht zu schliessen. Konkret geht es darum, das Netz gezielt zu optimieren und wo notwendig zu verstärken.

 
Beseitigung der bestehenden Engpässe

Fast zwei Drittel des heutigen Übertragungsnetzes wurden in den 1950er und 60er Jahren gebaut. Damals lag der Fokus darauf, mit dem Transport der Energie von den nahe gelegenen Kraftwerken in die verbraucherstarken Zentren die regionale Versorgung sicherzustellen. Die Bedürfnisse an das Netz haben sich aber in den letzten Jahren geändert. Auf der einen Seite gibt es neue Kraftwerke und auf der anderen Seite neue und stetig wachsende Verbraucherzentren, welche einen höheren Strombedarf aufweisen.

Das Schweizer Übertragungsnetz weist daher bereits heute Engpässe auf, die beseitigt werden müssen, um die Versorgungssicherheit in der gesamten Schweiz zu erhöhen.

 
Was das Schweizer Netz vorwärts treibt

Swissgrid hat im Rahmen der Planung des «Strategischen Netzes 2025» die grundlegenden Treiber für die Netzentwicklung identifiziert. Die direkten Treiber für den Um- und Ausbau des Schweizer Übertragungsnetzes sind der internationale Verbund, der Anschluss von neuen Grosskraftwerken und die sichere Versorgung nachgelagerter Netze.

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Internationaler Verbund

Der Stromaustausch mit dem Ausland erhöht die Versorgungssicherheit der Schweiz. Er ermöglicht den Export von inländisch produziertem Strom sowie den notwendigen Import in Zeiten mit geringer Eigenproduktion (primär im Winter). Bei steigendem Aufkommen kann es zu einer Überlastung des Netzes kommen. Erwartete Importe und Exporte machen Netzerweiterungen im Inland notwendig.

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Neue Grosskraftwerke in der Schweiz

Hierzu kann beispielsweise der Neubau eines grossen Pumpspeichers gehören, welcher die Transportaufgabe in einer Region deutlich verändert. Insbesondere neue Pumpspeicherkraftwerke in dünn besiedelten Regionen mit weniger starken Leitungen verursachen Überlastungen des Netzes.

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Versorgung nachgelagerter Netze

Die Verteilnetze passen sich stetig dem Wandel in der Stromnachfrage und -erzeugung an. Neue Anschlussbegehren können zu strukturellen Engpässen führen und dadurch die Versorgungsaufgabe für Swissgrid verändern, was sich auf das «Strategische Netz 2025» auswirkt.

 
So wenig neue Leitungen wie möglich, so viele wie nötig

Als wichtiger technischer Planungsgrundsatz dient das NOVA-Prinzip (Netzoptimierung vor -verstärkung vor -ausbau), das darauf abzielt, die Umwelt- und Landschaftseinflüsse der Netzplanung so gering wie möglich zu halten.

Die Projekte für das «Strategische Netz 2025» teilen sich wie folgt auf:

  • 193 Kilometer: Erhöhung der Spannung von 220 auf 380 kV auf dafür dimensionierten und zugelassenen Leitungen (Netzoptimierung)
  • 87 Kilometer: Ersatz von bestehenden Leitungen zur Erhöhung der Spannung von 220 auf 380 kV (Netzverstärkung)
  • 370 Kilometer: Neubau von Leitungen auf einer neuen Trasse (Netzausbau)

 
Wichtiger Dialog mit Betroffenen, Beteiligten und Interessierten

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Von der Idee eines Projekts bis zur Realisierung im Gelände muss ein Ausbauvorhaben in einem klar definierten, mehrstufigen Verfahren durch die zuständigen Behörden bewilligt werden. Ausgangspunkt ist dabei das Sachplanverfahren, in welchem ein Projekt in einem grösseren räumlichen Zusammenhang betrachtet wird. Erst in einem zweiten Schritt geht es im Plangenehmigungsverfahren um die konkrete Linienführung einer Leitung.

Swissgrid bezieht die vom Netzausbau Betroffenen frühzeitig, stufengerecht und innerhalb des vom Verfahren vorgegebenen Rahmens in den Prozess ein. Um mit der betroffenen Bevölkerung in Kontakt zu kommen, nimmt Swissgrid unterschiedliche Gelegenheiten und Möglichkeiten wahr:

  • Wichtig sind direkte Gespräche und Begehungen mit Vertretern von betroffenen Gemeinden, um das gegenseitige Verständnis zu fördern, Vertrauen aufzubauen und die spezifischen Gegebenheiten vor Ort kennenzulernen.
  • Informationsveranstaltungen zu Netzprojekten bieten allen Interessierten die Gelegenheit, sich im Detail über alle Aspekte eines Projektes zu informieren und spezifische Fragen an Experten zu richten.
  • Die wichtigsten Informationen zu allen Netzprojekten werden auf der Website von Swissgrid publiziert und auch via Twitter verbreitet.

 
Netzprojektkommunikation

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Swissgrid pflegt einen offenen und transparenten Dialog mit allen relevanten Anspruchsgruppen. Die unterschiedlichen Anliegen der Betroffenen und Interessierten werden rechtzeitig aufgenommen und berücksichtigt, um die Akzeptanz der Ausbauvorhaben zu steigern.

Zu den wichtigsten Anspruchsgruppen von Netzbauprojekten zählen in der Schweiz, neben den verfahrensführenden und -beteiligten Behörden, Kantone, Gemeinden, Grundeigentümer, Umweltorganisationen, Medien und die breite Öffentlichkeit. Für einen konstruktiven und lösungsorientierten Dialog mit diesen Anspruchsgruppen setzt Swissgrid je nach Projektphase und Dimension auf verschiedene Kommunikationskanäle. Swissgrid führt direkte Gespräche, organisiert öffentliche Informationsveranstaltungen, Begleitgruppen und Begehungen im Gelände und stellt auf der Website Informationen zu allen wichtigen Projekten zur Verfügung. Ergänzend führt Swissgrid die Kommunikation und den Dialog über Social Media (z.B. Twitter und Youtube).

Im Rahmen eines europäischen Projektes, an dem auch Swissgrid mitgewirkt hat, wurde das «Grid Infrastructure Communication Toolkit» entwickelt. Ein Online-Ratgeber, der konkrete Instrumente und Massnahmen vorstellt, die den konstruktiven und lösungsorientierten Dialog mit verschiedenen Anspruchsgruppen fördern.

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