Emissionen

Elektrische und magnetische Felder

Unseren Alltag können wir uns ohne zahlreiche elektronische Begleiter und Hilfsmittel kaum mehr vorstellen. Viel weniger sind wir uns allerdings bewusst, dass überall dort, wo Strom vorhanden ist, elektrische und magnetische Felder entstehen: auch bei Produktion, Transport und Verteilung von elektrischer Energie.

Elektrisches Feld

Sobald ein Gerät an die Steckdose angeschlossen wird, steht es unter Spannung. Ein elektrisches Feld entsteht selbst dann, wenn das Gerät ausgeschaltet bleibt und kein Strom fliesst. Die Spannung bestimmt die Stärke des elektrischen Feldes und wird in Volt pro Meter gemessen (V/m). Mit zunehmendem Abstand von der Quelle reduziert sich die Stärke des Feldes.

Magnetisches Feld

Fliesst Strom, entsteht zusätzlich zum elektrischen Feld auch ein magnetisches Feld. Die Strommenge, die über die Leitung transportiert wird, bestimmt die Stärke des magnetischen Feldes und wird in Mikrotesla (μT) gemessen. Mit zunehmendem Abstand zur Leitung nimmt die Stärke des Feldes ab.

Elektromagnetisches Spektrum – Nicht-ionisierende Strahlung

Sobald ein Gerät an die Steckdose angeschlossen wird, steht es unter Spannung. Ein elektrisches Feld entsteht selbst dann, wenn das Gerät ausgeschaltet bleibt und kein Strom fliesst.

Eine der strengsten Grenzwertrichtlinien der Welt

Die internationale Kommission zum Schutz vor nicht-ionisierender Strahlung (ICNIRP) hat 1998 internationale Grenzwerte festgelegt. Die Schweiz hat in der Verordnung über den Schutz vor nicht-ionisierender Strahlung (NISV) Grenzwerte für elektrische und magnetische Felder festgelegt, die deutlich weiter gehen und zu den strengsten weltweit gehören.

Internationaler Vergleich der Grenzwerte für elektrische und magnetische Felder

  Elektrische Felder Magnetische Felder
    Immissionsgrenzwert Anlagengrenzwert
ICNIRP* 5 kV/m 200 μT -
Schweiz 5 kV/m 100 μT 1 μT
Deutschland 5 kV/m 100 μT -
Niederlande 5 kV/m 100 μT **
*   Internationale Kommission zum Schutz vor nicht-ionisierender Strahlung
** Die Niederlande verwenden als Berechnungsgrundlage die jährliche Durchschnittslast und nicht die Maximallast wie die Schweiz. Sie haben einen Anlagengrenzwert von 0.4 μT.

Immissionsgrenzwert
Gilt überall dort, wo sich Menschen aufhalten können. Die Leitungen sind so zu dimensionieren, dass dieser Grenzwert immer eingehalten wird.

Anlagengrenzwert
Gilt an Orten mit empfindlicher Nutzung:

  • Dort, wo Menschen länger einer Belastung ausgesetzt sind, wie beispielsweise in Schlaf- und Wohnzimmern
  • Dort, wo sich Kinder häufig aufhalten, wie beispielsweise im Schulzimmer oder auf dem Kinderspielplatz
  • Flächen von unbebauten Grundstücken, auf denen diese Nutzungen zugelassen sind

Magnetische Felder gibt es bei Freileitungen und Erdverkabelungen

Stärke des magnetischen Feldes

Direkt über einer Erdkabelleitung ist das magnetische Feld deutlich stärker als unter einer Freileitung. Am Boden, wo sich der Mensch normalerweise aufhält, beträgt das Magnetfeld bei der Freileitung wenige Mikrotesla; bei der Erdkabelleitung hingegen ist es bis 100 Mikrotesla stark.

Freileitung
1/2: Räumliche Ausdehnung des magnetischen Feldes: Bei der Freileitung wird der 1 Mikrotesla-Grenzwert bei ca. 60 – 80 Meter Abstand von den Leiterseilen eingehalten; bei der Erdkabelleitung bereits bei ca. 6 – 8 Meter.
Erdverkablung
2/2: Räumliche Ausdehnung des magnetischen Feldes: Bei der Freileitung wird der 1 Mikrotesla-Grenzwert bei ca. 60 – 80 Meter Abstand von den Leiterseilen eingehalten; bei der Erdkabelleitung bereits bei ca. 6 – 8 Meter.

Messungen und Berechnungen


Zusammenarbeit mit der Forschung

Swissgrid ist eine Partnerschaft mit der an der ETH Zürich ansässigen gemeinnützigen Forschungsstiftung Strom- und Mobilkommunikation (FSM) eingegangen. Die FSM fördert die Forschung zu technischen, biologischen, gesundheitlichen und sozialen Fragen im Zusammenhang mit elektromagnetischen Feldern von Funk- und Stromtechnologien. Zudem berät sie Behörden, Firmen und Organisationen, veranstaltet Tagungen und vermittelt Sachwissen an die Allgemeinheit.

FSM Forschungsstiftung


Lärm

Vor allem bei ungünstigen Wetterlagen, etwa bei Regen, Raureif oder Nassschnee können an Stromleitungen lokale elektrische Entladungen auftreten. Dieser Vorgang wird in der Elektrotechnik als Koronaentladung bezeichnet. Das Phänomen kann Geräusche erzeugen, die als Knistern oder Brummen beschrieben werden.

In der Schweiz gilt eine Immissionsbegrenzung von 55 Dezibel in Wohnzonen (45 Dezibel während der Nacht), die unbedingt eingehalten werden muss. Die Lärmbelastung durch eine stark befahrene Strasse liegt bei über 80 Dezibel. Swissgrid schöpft – wo notwendig – alle technischen Möglichkeiten aus, um den Koronaeffekt einzudämmen. Bei Erdkabelleitungen entfallen die sogenannten Korona-Geräusche.

Die folgenden Videos zeigen, wie laut Höchstspannungsleitungen im Vergleich zu bekannteren Umgebungsgeräuschen wirklich sind.


Umwelt

Umweltverträglichkeitsprüfung

Mit der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) wird im Rahmen des Bewilligungsverfahrens geprüft, ob ein Projekt den rechtlichen Vorschriften des Umweltschutzes entspricht. Grundlage für die Prüfung ist der Bericht über die Umweltverträglichkeit (UVB). Als Bauherrin ist die Swissgrid für die Erarbeitung und Einreichung der Unterlagen des UVBs verantwortlich. Mit der Erarbeitung des UVBs wird aber in der Regel ein unabhängiges, fachlich qualifiziertes Büro beauftragt. Im Bericht werden verschiedene Aspekte abgehandelt, so u.a. Lärm, nicht-ionisierende Strahlung, Gewässer, Boden, Altlasten, Wald, Biotope und Vegetation, Fauna und deren Lebensräume, Landschaft und Ortsbild sowie Kulturdenkmäler und archäologische Stätten.

Umweltbaubegleitung

Die Umweltbaubegleitung (UBB) betreut und überwacht die Umweltbelange beim Bau und unterstützt die Bauherrschaft in der rechtskonformen und umweltverträglichen Realisierung des Bauvorhabens. Dabei achtet sie auf die Einhaltung der umweltrelevanten Gesetze, Verordnungen, Richtlinien, Wegleitungen und Auflagen des Plangenehmigungsentscheids. Sie berät und unterstützt die Beteiligten, beobachtet und beurteilt Umweltprobleme auf der Baustelle und stellt die gesetzeskonforme Realisierung des Projektes sicher.

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