Wide Area Monitoring

Erstmals werden die Netzfrequenzen von mehreren Orten in Europa zeitlich synchronisiert und mit hoher Genauigkeit in einem System öffentlich zugänglich gemacht. Die mit GPS-Empfängern ausgestatteten Messgeräte in den jeweiligen Schaltanlagen berechnen die Frequenz und liefern diese in Echtzeit zusammen mit anderen mikroskundengenau zeitgestempelten Daten. Diese werden bei Swissgrid in Laufenburg gesammelt, übereinandergelegt und publiziert.

Dies ist das Ergebnis einer langjährigen, partnerschaftlichen Zusammenarbeit von Swissgrid mit den Netzbetreibern aus Österreich (APG), Dänemark (Energinet.dk), Portugal (REN), Slowenien (ELES), Kroatien (HEP), Italien (TERNA) und Griechenland (IPTO).
 

 



Legende  
In Betrieb
Geplant
Spannungswinkeldifferenz [°]
Frequenz [Hz]
Nicht verbunden (not connected)

SO ATMET DAS STROMNETZ
 

Die systemtypischen Abweichungen der Frequenz in der dritten Kommastelle zeigen das sogenannte «Atmen des europäischen Verbundnetzes». Sowohl längerfristige als auch kurzfristige Abweichungen zur Nennfrequenz von 50 Hertz liefern den Spezialisten von Swissgrid Indizien zum momentanen Netzzustand. Das Wide Area Monitoring ist somit ein zusätzliches Instrument, um die Versorgungssicherheit in Europa zu gewährleisten.

LASTFLÜSSE – IN WELCHE RICHTUNG FLIESST DIE LEISTUNG

Neben der Frequenz ermittelt jedes Messgerät den momentanen Spannungswinkel in Echtzeit. Mittels der Differenz von jeweils zwei gemessenen Spannungswinkeln lassen sich grob die Lastflüsse zwischen den beiden Messpunkten darstellen. Da es sich aber um ein vermaschtes Netz handelt und somit die gesamte Topologie berücksichtigt wird, liefern diese Daten ebenfalls nur Indizien zu den momentanen Leistungsflüssen. Eine schlagartige Änderung der Winkeldifferenz könnte aber beispielsweise auf einen Leitungsausfall hinweisen.

NETZZEIT – DIE UHREN TICKEN ANDERS IM STROMNETZ

Die Abweichungen der Netzfrequenz im europäischen Verbundnetz sind so gering, dass die Nennfrequenz von 50 Hertz eigentlich auch heute noch oft als Zeitgeber verwendet wird. Trotz der sehr geringen Abweichungen können sich trotzdem Fehler von einigen Sekunden pro Tag ergeben. Dies wird auch als ein weiterer Qualitätsindikator des Netzzustandes verwendet.

Um die Differenz möglichst klein zu halten und um die Netzzeit kontiunierlich der koordinierten Weltzeit (UTC) anzupassen, erfasst Swissgrid im Auftrag des Stromverbundes ENTSO-E die Abweichungen und koordiniert die notwendigen Korrekturen.

NUTZUNGSBEDINGUNGEN UND HAFTUNGSAUSSCHLUSS

Swissgrid weist ausdrücklich auf die Nutzungsbedingungen und darin insbesondere auf den Haftungsausschluss hin.

 Disclaimer