Netzprojekt Innertkirchen – Ulrichen

Der 27 Kilometer lange Leitungsabschnitt zwischen Innertkirchen (BE) und Ulrichen (VS) wird erneuert und von 220 auf 380 Kilovolt verstärkt. Der Bundesrat hat den Planungskorridor mit einer weitgehenden Erdverkabelung zwischen Innertkirchen und Oberwald festgesetzt. Der multifunktionale Grimselbahntunnel ist eine Erdkabelvariante.

Ihr Ansprechpartner für dieses Netzprojekt

Jan Schenk
Jan Schenk

Telefon +41 58 580 21 11
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Planungskorridor
Planungskorridor
Bestehende Leitung
Bestehende Leitung
Unterwerk
Unterwerk

Übersicht

  • Die Leitung zwischen Innertkirchen und Ulrichen ist grösstenteils über 60 Jahre alt und muss auf den neusten Stand der Technik gebracht werden.
  • Die rund 27 Kilometer lange Höchstspannungsleitung zwischen Innertkirchen (BE) und Ulrichen (VS) wird erneuert. Eine spätere Spannungserhöhung von 220 auf 380 kV wird vorbereitet. Dies ist nötig, um den Abtransport der wachsenden Stromproduktion in den Kantonen Wallis, Bern und Tessin ins Schweizer Mittelland zu gewährleisten.
  • Der Bundesrat hat am 25. Februar 2023 den Planungskorridor mit einer weitgehenden Erdverkabelung auf ca. 23 km zwischen Innertkirchen und Oberwald im Sachplan festgesetzt:
    • Hauptvariante: Erdkabel in bestehenden Stollen und in neu zu bauenden Tunneln nördlich und südlich des Stollensystems von KWO.
    • Alternative Variante: Erdkabel im multifunktionalen Grimselbahntunnel in einem parallel zum Grimselbahntunnel verlaufenden Kabelstollen.
    • Bei beiden Varianten unterquert die Leitung in Oberwald als Erdkabel den Talgrund und geht in einem Übergangsbauwerk bei Oberwald vom Erdkabel auf die Freileitung über. Der Freileitungskorridor führt von Oberwald bis nach Ulrichen.
  • Damit die Variante Grimselbahntunnel umgesetzt werden kann, sind – neben betrieblichen und technischen – verschiedene Voraussetzungen nötig. Die Finanzierung des Bahntunnels muss bis 2027 beschlossen sein. Bis spätestens 2030 muss die Baubewilligung für den Grimseltunnel vorliegen. Nach heutigem Planungsstand soll die neue Höchstspannungsleitung bis spätestens 2040 den Betrieb aufnehmen. Sollte eine einzelne Bedingung im Verlauf der Zeit nicht mehr erfüllt sein, kann Swissgrid das Bündelungsvorhaben aufgeben und ohne ein weiteres Sachplanverfahren die Hauptvariante realisieren.

Projekt

Ausgangslage

Die rund 27 Kilometer lange Höchstspannungsleitung zwischen Innertkirchen und Ulrichen, die heute über den Grimselpass führt, ist zu einem grossen Teil über 60 Jahre alt und muss auf den neusten Stand der Technik gebracht werden. Im Rahmen der Erneuerung wird gleichzeitig die Spannung von heute 220 Kilovolt (kV) auf durchgehend 380 kV erhöht. Die Verstärkung der Leitung zwischen Mettlen (LU) und Ulrichen ist ein wichtiges Projekt des «Strategischen Netzes 2025» von Swissgrid.

Warum das Projekt nötig ist

Der Ausbau der Stromproduktion aus Wasserkraft ist ein zentraler Pfeiler der Energiestrategie 2050. Die Erneuerung und Verstärkung der Leitung zwischen Innertkirchen und Ulrichen ist wichtig, um die wachsende Stromproduktion aus den Kantonen Bern, Wallis und Tessin in die Ballungszentren im Schweizer Mittelland abzutransportieren. Die Verteilung der Energieflüsse auf mehrere Nord-Süd-Achsen erhöht zudem die Netzstabilität. Die Kapazitätserhöhung ist mit Blick auf die Energiestrategie des Bundes nötig, um die wachsende Stromproduktion in den Kantonen Bern, Wallis und Tessin ins Schweizer Mittelland zu transportieren und die Versorgungssicherheit in der ganzen Schweiz langfristig zu stärken.

Sachplanverfahren Übertragungsleitungen (SÜL)

Swissgrid hat Anfang Juli 2020 beim Bundesamt für Energie (BFE) die Festsetzung eines Planungskorridors zwischen Innertkirchen und Ulrichen im Sachplan Übertragungsleitungen des Bundes (SÜL) beantragt. Dazu hat Swissgrid in einem ersten Schritt verschiedene Korridorvarianten ausgearbeitet – geografische Räume, in welchen im weiteren Projektverlauf ein Trassee mit einer bestimmten Übertragungstechnologie – Freileitung oder Erdkabel – realisiert werden kann.

Festsetzung des Planungskorridors

Der Bundesrat hat am 25. Februar 2023 den Planungskorridor mit einer weitgehenden Erdverkabelung auf ca. 23 km zwischen Innertkirchen und Oberwald im Sachplan festgesetzt. Bei beiden Varianten unterquert die Leitung in Oberwald als Erdkabel den Talgrund und führt als Freileitungskorridor bis nach Ulrichen. Für die Erdverkabelung zwischen Innertkirchen und Oberwald gibt es zwei Varianten.

Stollen-Variante

Hauptvariante «Stollen-Variante»

  • Die Variante sieht eine lange Erdverkabelung mit neuen und bestehenden Stollen vor. Zwischen dem Unterwerk Innertkirchen bis Handegg wird die Übertragungsleitung in einem neuen Kabelstollen geführt. Zwischen Handegg und dem Kraftwerk Grimsel 2 soll die Leitung in bestehenden Stollen der Kraftwerke Oberhasli verkabelt werden. Zwischen dem Kraftwerk Grimsel 2 und Oberwald wird die Leitung erneut in einem neu zu erstellenden Kabelstollen unterirdisch geführt.
  • In Oberwald durchquert die Leitung als Erdkabel rund 10 Meter unter der Oberfläche den Talgrund. An der Südseite des Tals beim Oberwalder Dorfteil Unterwassern ist ein Übergangsbauwerk vorgesehen. Von dort führt die Übertragungsleitung als Freileitung an der Südseite des Tals entlang bis zur bestehenden Leitung über den Nufenenpass im Raum Ulrichen.
Multifunktionaler Grimselbahntunnel

Alternative Variante «Multifunktionaler Grimselbahntunnel»

  • Beim multifunktionalen Grimselbahntunnel wird die Übertragungsleitung in den Grimseltunnel verlegt. Dieser Tunnel führt von Innertkirchen nach Oberwald. Die Leitung liegt in einem separaten Kabelstollen, der parallel zum Bahntunnel verläuft.
  • In Oberwald unterquert die Leitung als Erdkabel rund 10 Meter unter der Oberfläche den Talgrund. An der Südseite des Tals beim Oberwalder Dorfteil Unterwassern ist ein Übergangsbauwerk vorgesehen. Von dort führt die Übertragungsleitung als Freileitung an der Südseite des Tals entlang bis Ulrichen zur bestehenden Leitung über den Nufenenpass.

Stollen oder multifunktionaler Grimselbahntunnel?

Nachdem der Bundesrat den Planungskorridor und die Übertragungstechnologie im Sachplan festgesetzt hat, muss später entschieden werden, ob die Stollen-Variante oder alternativ die Variante mit dem multifunktionalen Grimselbahntunnel realisiert wird. Damit die Variante Grimselbahntunnel umgesetzt werden kann, sind verschiedene Voraussetzungen nötig. Zum einen muss im nationalen Parlament bis spätestens 2027 die Finanzierung des Bahntunnels gesichert sein. Zum andern wird bis spätestens 2030 eine Baubewilligung benötigt. Sind beiden Voraussetzungen erfüllt – neben betrieblichen und technischen – wird die Höchstspannungsleitung durch den Parallelstollen zum Grimselbahntunnel geführt. Andernfalls erfolgt die Linienführung über die Stollenvariante. Nach heutigem Planungsstand soll die neue Höchstspannungsleitung bis spätestens 2040 den Betrieb aufnehmen.

Swissgrid ist sich der Vorteile bewusst, welche die Bündelungen von grossen, linearen Infrastrukturen insbesondere im Bereich Landschaftsschutz bietet. Sie prüft bei allen Leitungsprojekten entsprechende Synergiepotenziale. Mit dem Vorschlag einer Kombination von Bahntunnel und Erdkabel liegt an der Grimsel eine Variante vor, die technisch machbar und bewilligungsfähig ist. Dies hat die Grimselbahn AG in einer Machbarkeitsstudie (2015) und in einer vertieften technischen Analyse (2019) gezeigt.
Weitere Informationen: www.grimseltunnel.ch

Deutliche Entlastung der Siedlungsgebiete

Allen Korridorvarianten gemeinsam ist die Entlastung der Siedlungen im Raum Innertkirchen, Guttannen und Obergesteln. Die heutige 220-kV-Leitung führt teilweise mitten durch diese Dörfer und schränkt sie in der Siedlungsentwicklung ein. Nationale und internationale Schutzgebiete werden geschont. Dazu gehören das durch das Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) geschützte Gebiet Berner Hochalpen und Aletsch-Bietschhorn, die Moorlandschaft Grimsel aus dem Bundesinventar der Moorlandschaften sowie das UNESCO-Weltkulturerbe Jungfrau-Aletsch. Diese Leitung wird bei allen Varianten demontiert.

Heutige Leitungsführung in Guttannen (BE)
Heutige Leitungsführung in Guttannen (BE)

Die nächsten Schritte

Der Bundesrat hat am 25. Februar 2023 den Planungskorridor mit einer weitgehenden Erdverkabelung auf ca. 23 km zwischen Innertkirchen und Oberwald im Sachplan festgesetzt. Danach erarbeitet Swissgrid ein entsprechendes Bauprojekt.

Terminplan «Stollen-Variante»

Abschluss Sachplanverfahren25. Februar 2023
Erarbeitung BauprojektQ3 2025
BewilligungsverfahrenQ4 2027
Ausschreibung und Bau, InbetriebnahmeQ4 2033
Rückbau 220-kV-LeitungQ4 2034

Terminplan im optimalen Fall. Solle es Gerichtsverfahren geben, verlängert sich der Zeitplan um 2 bis 4 Jahre.


Weitere Netzprojekte im Haslital

Swissgrid plant eine neue Leitungseinführung ins Unterwerk Innertkirchen, um das Dorf von den heutigen Freileitungen zu entlasten. Zudem hat Swissgrid im Unterwerk Innertkirchen die in die Jahre gekommene Freiluftschaltanlage durch eine moderne, gasisolierte Schaltanlage (GIS) ersetzt.

Leitungseinführung Innertkirchen

Wie bekannt plant Swissgrid eine neue Leitungseinführung ins Unterwerk Innertkirchen, um das Dorf von den heutigen drei Freileitungen zu entlasten. Die Leitungseinführung wird gemäss BFE neu im Sachplanverfahren Innertkirchen – Mettlen (LU) behandelt, um allfällige terminliche Verzögerungen zu vermeiden. Gegenwärtig werden drei Varianten geprüft. Die neue Linienführung soll nach heutiger Planung bis Ende 2028 umgesetzt werden. Der Rückbau bestehender Leitungen ist für 2029 vorgesehen.


Erneuerung Unterwerk Innertkirchen

Swissgrid hat im September 2020 im Unterwerk Innertkirchen eine moderne, gasisolierte 220-kV-Schaltanlage (GIS) nach einer Bauzeit von rund zwei Jahren in Betrieb genommen. Neun Leitungs- und zwei Trafofelder sowie zwei Längstrennungen und eine Querkupplung bilden das Kernstück der neuen 220-kV-Anlage. Die Schaltanlage wurde für alle technischen Varianten der neuen Leitung ab Innertkirchen (Kabel oder Freileitung) vorbereitet. Die moderne, im Gebäude des Unterwerks untergebrachte GIS-Anlage ersetzt die in die Jahre gekommene Freiluftschaltanlage, was das Ortsbild Innertkirchens weiter entlastet.

Das Unterwerk in Innertkirchen ist ein wichtiger Netzknoten im Schweizer Übertragungsnetz. Es ist für die Versorgungssicherheit des zentralen Mittellandes sowie zur regionalen Versorgung von grosser Bedeutung. Die Schaltanlage dient als Einspeisepunkt für die Kraftwerke Oberhasli.

Erneuerung der Schaltanlage Innertkirchen

Downloads


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