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Pylonian

Pylonian/Sensorian

Echtzeitmonitoring mit IoT-Sensorik: wenn das Stromnetz sprechen lernt

Im Schweizer Höchstspannungsnetz bilden Strommasten, Leiterseile, Unterwerke und viele weitere Elemente das stabile Fundament der Netzinfrastruktur. Ein guter Zustand der Anlagen ist wichtig für einen zuverlässigen Betrieb. Witterungseinflüsse, Naturereignisse, Klimaveränderungen und natürlicher Verschleiss können die Infrastruktur beeinträchtigen und Schäden verursachen. Mit IoT-Sensoren erfasst Swissgrid den Zustand der Anlagen in Echtzeit – für eine effizientere Instandhaltung.

Ihr Ansprechpartner

Stavros Karagiannopoulos

Warum das Thema wichtig ist

Eine zuverlässige Stromversorgung setzt eine robuste Netzinfrastruktur voraus. Deshalb gewinnt die kontinuierliche Bewertung der Anlagengesundheit («Asset Health») an Bedeutung. IoT-Sensoren liefern dafür präzise Echtzeitdaten für eine vorausschauende Anlagenbewirtschaftung und ermöglichen die Optimierung operativer Prozesse – etwa durch die Nutzung lokaler Wetterdaten für einen effizienteren und sichereren Netzbetrieb.


Projekt

Herausforderung

Das Schweizer Übertragungsnetz ist das Rückgrat unserer Stromversorgung, doch viele Anlagen stammen aus den 1960er-Jahren. Während Swissgrid das Netz im Kontext der Energiewende ausbaut und verstärkt, müssen bestehende Anlagen parallel saniert und regelmässig gewartet werden (Netz der Zukunft).

Verschleiss, extreme Witterung und klimatische Veränderungen wie Permafrost-Auflösung, Steinschläge oder Murgänge belasten die Statik der 12 000 Gittermasten. Um unentdeckte Schäden und das Risiko von Ausfällen zu minimieren, gewinnt die Zustandsermittlung in Echtzeit stark an Bedeutung.

Während in Unterwerken bereits umfassende Messdaten vorliegen, war die Datenlage für das 6700 Kilometer lange Leitungsnetz bisher lückenhaft.

Lösungsansatz

Hier setzte das 2022 lancierte Innovationsprojekt «Pylonian» an: Mithilfe vernetzter IoT-Sensoren (Internet of Things) wurden an 20 ausgewählten Masten rund um die Uhr präzise Zustandsdaten erfasst und analysiert. Dieser Proof of Concept (PoC) verfolgte das Ziel, die Herausforderungen und den Nutzen von IoT-Sensorik in der Praxis zu testen und den Rollout der Technologie für einen grossflächigen Einsatz vorzubereiten. Ein kontinuierliches Monitoring bietet den Vorteil, strukturelle Schäden frühzeitig festzustellen und notwendige Instandhaltungen rechtzeitig zu planen – und dies erhöht die Verfügbarkeit der Anlagen.

Die Entwicklung wurde in vier Phasen geplant:

Pylonian Entwicklung

Pylonian

In einem ersten «Proof of Concept» (PoC) hat Swissgrid eine End-to-End-Lösung entwickelt, um die Herausforderungen und den Nutzen von IoT-Sensorik in der Praxis zu testen. Dafür wurden 20 ausgewählte Strommasten mit Sensorik, z.B. für Vibration, Neigung oder Wetterdaten.

Parallel zur Installation experimentierte das Team auch an stromlosen Leitungen, um typische Datenmuster besser zu verstehen. Das Resultat ist ein produktives Cloud-Dashboard, das seit August 2022 im Einsatz ist. Es übersetzt die Rohdaten der Sensoren in verwertbare Informationen für die Instandhaltung: Algorithmen filtern normale Schwankungen heraus und alarmieren die Fachspezialisten nur bei echten Anomalien. Der PoC bildet das Fundament für die Entscheidung über einen grossflächigen Einsatz der Technologie.

1/3: Dashboards des Pylonian/SensorHub Monitoring-Tool
2/3: Dashboards des Pylonian/SensorHub Monitoring-Tool
3/3: Dashboards des Pylonian/SensorHub Monitoring-Tool

Sensorian – IT-Plattform für IoT-Sensoren

Das Folgeprojekt Sensorian hat sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt: alle Arten von IoT-Daten sollen auf einer zentralen Datenplattform gebündelt und für Analysten nutzbar gemacht werden. Die so designte IT-Lösung dient seit 2024 als Blueprint für die Integration der Sensoren für das Dynamic Line Rating zur Überwachung von unterirdisch verlegten Kabeln.

Sensorhub – Ausbau und Skalierung

Luft- und gasisolierte Unterwerke
ca. 60 Sensoren
Gasräume in fünf Unterwerken
ca. 500 Sensoren
150 Tragwerke schweizweit
ca. 350 Sensoren

Im Rahmen dieser Innovationsprojekte wurden über 300 Sensoren an Masten, 60 Sensoren an Freiluftschaltanlagen sowie ca. 500 Sensoren zur Messung von SF6 in Gas-isolierten Schaltanlagen installiert. Zukünftig steht die Optimierung der Datenvisualisierung und der Nutzerzugänge im Fokus. Durch die Weiterentwicklung der Anomalie-Erkennung und den verstärkten Community-Austausch mit anderen Betreibern kritischer Infrastrukturen generiert die Anwendung zusätzlichen Mehrwert für Swissgrid.

Nutzen und Resultate

Die wichtigsten Mehrwerte im Überblick:

Aktueller Projektstand/Ausblick

Status Quo

Fokus der anstehenden Zwei-Jahres-Validierungsphase


Blogartikel

Kontakt

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