Übersicht
Das Projekt, das Teil des Strategischen Netzes 2025 von Swissgrid ist, sieht eine doppelte 220-kV-Verbindung auf einer Länge von ca. 66 Kilometer zwischen All’Acqua und Magadino vor, die durch das Maggiatal führt und die heutige, veraltete und unterdimensionierte Leitung ersetzen soll. Das Projekt entstand aus einer gemeinsamen Studie des Kantons Tessin sowie Swissgrid, AET und SBB.
Wenn die neue Stromleitung gebaut und die anderen Projekte in der Region abgeschlossen sind, können mehr als 70 Kilometer Stromleitungen entfernt und damit wertvolle Landschaften entlastet werden. Dies wird nicht nur den wertvollen Landschaften des Alto Ticino zugutekommen, sondern zugleich auch die Übertragungskapazität des Netzes erhöhen und den Transport der im Maggiatal erzeugten Energie verbessern, der derzeit Einschränkungen unterliegt.
An seiner Sitzung vom 20. Dezember 2024 hat der Bundesrat das Planungsgebiet, in dem die neuen Leitungen geplant werden, und die zu verwendende Technologie (Freileitung oder Erdkabel) festgelegt.
Projekt
Die Höchstspannungsleitungen des Maggiatals sind für die Energieversorgung der Alpensüdseite und der Schweiz von grosser Bedeutung. Mit dem Netzprojekt «All’Acqua–Maggiatal–Magadino», das Teil des Strategischen Netzes 2025 ist, will Swissgrid die bestehende Leitung modernisieren und ausbauen und gleichzeitig die Auswirkungen auf das Gebiet und die Umwelt reduzieren. Dieses sieht vor, die bestehende 220-kV-Leitung durch eine neue doppelte Verbindung mit derselben Spannung zu ersetzen.
Ergebnis der Zusammenarbeit mit Behörden und Infrastrukturbetreibern
Das Projekt entstand im Rahmen der «Studio Generale», einer Arbeitsgruppe, in der Swissgrid zusammen mit lokalen Partnern eine koordinierte Lösung für Stromleitungen und Raumentwicklung suchte. Weitere Informationen in unserem Blogbeitrag «Stromleitungen und Raumentwicklung gehen im Tessin Hand in Hand».
Diese Zusammenarbeit gewährleistet eine bessere Koordinierung der Planungsphasen und eine optimale Nutzung von Synergien. Deshalb will der Bundesrat dieses Modell auch schweizweit umsetzen, um die Bewilligungsverfahren zu beschleunigen. Weitere Informationen in unserem Blogbeitrag «Das Stromnetz fit machen für die Energiewende».
Für eine sichere Energieversorgung
Die derzeitigen Stromleitungen, die in den 1960er Jahren gebaut wurden, sind unterdimensioniert und nähern sich dem Ende ihrer Lebensdauer. Zu bestimmten Zeiten des Jahres müssen die Wasserkraftwerke im Maggiatal ihre Produktion wegen unzureichender Übertragungskapazitäten um fast einen Drittel drosseln. Im aktuellen Energiekontext ist eine solche Begrenzung der erneuerbaren Energieerzeugung langfristig nicht mehr tragbar. Die neue Stromleitung, bestehend aus einer doppelten 220-kV-Verbindung, löst Kapazitätsprobleme und trägt dazu bei, die Stromversorgung der Schweiz und des Tessins auch in Zukunft zu sichern.
Zugunsten von Landschaft und Natur
Wenn die neue Stromleitung gebaut und die anderen Projekte in der Region abgeschlossen sind, können mehr als 70 Kilometer Stromleitungen entfernt und damit wertvolle Landschaften entlastet werden. Geplant sind Verbesserungen im Bedrettotal, am Cristallina und in den Gebieten Alpe Zarìa und Campolungo, die beide im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung aufgeführt sind. Die Auslassung der Buchenwälder im Lodano-Tal, die zum UNESCO-Weltnaturerbe gehören, unterstützt das Aufwertungsprojekt.
Mit dem aktuellen Projekt können mehr als 70 Kilometer Freileitungen entfernt werden, wodurch die Landschaft und die Siedlungen entlastet werden.
Vorteile für die Einwohnerinnen und Einwohner
Auch die Dörfer werden entlastet: Zwischen Cavergno und Lodano und dem Hang in der Nähe von Riazzino wird der Strom mittels unterirdischer Kabel transportiert, und zwischen Lodano und Avegno werden die Masten nicht mehr durch die Ebene führen, sondern auf die rechte Talseite verlegt. Die Leitung, die zurzeit durchs Lavizzaratal verläuft, kann dank des Baus eines neuen Tunnels im Berg abgebaut werden. Das Projekt von Swissgrid umfasst von der Unterstation All’Acqua bis zur Unterstation Magadino insgesamt über 30 Kilometer verkabelte Leitungen. Ein Rekord im nationalen Vergleich und eine wichtige Aufwertung für unseren gesamten Alpenraum
Die nächsten Schritte
Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 20. Dezember 2024 das geografische Gebiet, in dem die neuen Leitungen geplant werden können, und die zu verwendende Technologie (Freileitung oder Erdkabel) festgelegt.
Die Exekutive folgte dem Vorschlag, der im Sachplan Übertragungsleitungen (SÜL) von der Begleitgruppe, bestehend aus kantonalen und eidgenössischen Behörden und Umweltorganisationen, erarbeitet wurde. Dieser ist das Ergebnis einer sorgfältigen Abwägung der auf dem Spiel stehenden Interessen.
Der Entscheid des Bundesrates ist für Swissgrid verbindlich. Swissgrid wird nun den Verlauf der neuen Leitungen festlegen und die Dienstbarkeitsrechte erwerben. Sobald der Entwurf fertiggestellt ist, wird das Projekt zur Genehmigung an das ESTI weitergeleitet. Danach kann Swissgrid die Arbeiten planen und in Auftrag geben. Bestenfalls sollten sie im Jahr 2031 beginnen.
Der Dialog mit Behörden, Verbänden und der Bevölkerung ist für Swissgrid entscheidend. In der Planungsphase wird Swissgrid eine beratende Kommission einsetzen, die sich aus kantonalen und kommunalen Behörden, Umweltverbänden und Vertretern von Swissgrid zusammensetzt und die Trassendefinition begleitet.