Netzprojekt Pradella – La Punt

Die Leitung Pradella – La Punt ist essenziell für den Stromtransit und die Versorgungssicherheit des Kantons Graubünden. Damit die Energie aus der Wasserkraft vollumfänglich abtransportiert werden kann, ist der Ausbau der Leitung zwischen Pradella und La Punt nötig.

Ihr Ansprechpartner für dieses Netzprojekt

Alessandro Cameroni
Alessandro Cameroni

Telefon +41 58 580 21 11
info@swissgrid.ch

380-kV-Leitung
380-kV-Leitung
Rückbau
Rückbau
Bestehende Leitung
Bestehende Leitung
Unterwerk
Unterwerk

Übersicht

Die bestehende Höchstspannungsleitung zwischen Pradella – La Punt bildet einen Engpass im schweizerischen und europäischen Übertragungsnetz. Mit dem Ausbauprogramm wird die Importkapazität aus dem Norden erhöht, die Vernetzung mit dem internationalen Stromnetz (Österreich, Italien) gestärkt und der Abtransport der Energie aus der Wasserkraft im Kanton Graubünden verbessert. Das Vorhaben steigert ausserdem die Versorgungssicherheit. Das prioritäre Netzausbauprogramm Engadin beinhaltet den Ausbau der 380-kV-Leitung zwischen Pradella – La Punt sowie den Ausbau der Schaltanlage Pradella. Die Bauarbeiten für die neue Freileitung haben im Sommer 2017 bereits begonnen.

Verbesserung gegenüber der heutigen Situation

  • Der strukturelle Engpass zwischen Pradella und La Punt wird aufgehoben, damit mehr Strom transportiert werden kann
  • Der Abtransport der Energie aus der Wasserkraft im Kanton Graubünden wird verbessert
  • Die Vernetzung mit dem internationalen Stromnetz in Richtung Österreich und Italien wird erhöht
  • Das Engadin kann zuverlässiger mit Strom versorgt werden
  • Durch die Verdoppelung der 380-kV-Stränge und den Einsatz von Zweier- bzw. Dreierbündeln werden die Übertragungsverluste reduziert sowie elektromagnetische und Lärmimmissionen minimiert

Projekt

Auf der rund 50 km langen Leitung wird durchgehend ein zweiter 380-kV-Stromkreis aufgelegt. Dazu wird die auf der bestehenden Freileitung zwischen Zernez und Pradella aufgelegte 220-kV-Energieableitung aus dem Kraftwerk Ova Spin durch den 380-kV-Stromkreis ersetzt. Die Energie aus dem Kraftwerk Ova Spin wird zukünftig über ein neu zu erstellendes 110-kV-Talnetz abgeführt.

Zahlen und Fakten

Linienführung Das bestehende Leitungstrassee wird bis auf eine geringfügige Trasseeanpassung bei der Leitungseinführung ins Unterwerks Pradella beibehalten
Masten Erhöhung und Verstärkung von 19 Masten
Verstärkung von 55 Tragwerken
Aufsetzen der Mastspitzen bei 13 Masten
Leiterseile Zwischen Pradella und Zernez werden die drei Phasen des bestehenden 220-kV-Stranges mit einem zusätzlichen Leiterseil nachgerüstet.
Zwischen Zernez und La Punt wird ein zusätzlicher Strang aufgelegt. Beide Stränge bestehen aus drei Phasen mit Zweierbündeln.
Erdseil Das bestehende Stahlerdseil wird auf der gesamten Leitungslänge durch ein Aldrey-Seil mit integrierten Lichtwellenleitern ersetzt
Isolatorenketten Neueste 380-kV-Isolatorenketten aus Kunststoff auf der gesamten Leitungslänge

Vergleich mit einer Kabelvariante

Das Projekt wurde auf der gesamten Strecke und auf 4 Teilabschnitten mit einer neuen 380-kV-Kabelleitung verglichen. Der Vergleich wurde im Sinne des Bewertungsschemas für Übertragungsleitungen des Bundesamtes für Energie (BFE) ausgeführt. Der Vergleich zeigte auf, dass die Mehrkosten für eine Voll- oder Teilverkabelung unverhältnismässig hoch wären und nur eine teilweise Entlastung des Landschaftsbildes zur Folge hätten.

Ersatzmassnahmen

Die Engadiner Kraftwerke und Repower als Eigentümerinnen des Engadiner Verteilnetzes beabsichtigen, das bestehende 60-kV-Netz durch ein neues 110-kV-Netz zu ersetzen. Die auf 110-kV umzubauende 60-kV-Leitung Pradella–Zernez–Bever soll als Kabelleitung erstellt werden; dies dient zum Teil als Ersatzmassnahme für die geplante Nachrüstung der 380-kV-Leitung Pradella – La Punt. Der zwischen Pradella und Zernez auf der Leitung mitgeführte 220-kV-Strang wird durch einen 380-kV-Strang ersetzt.

Projektgeschichte

Das Projekt Pradella – La Punt wurde in den 1990er Jahren mit einem Vorverfahren der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) gestartet. Im Januar 2000 wurden die Projektierungsarbeiten aufgrund der bevorstehenden Marktöffnung, der Verzögerungen bei grenzüberschreitenden Leitungsbauvorhaben sowie den Forderungen aus dem UVP-Vorverfahren sistiert.

Im 2007 wurden die Projektarbeiten mit der Ausarbeitung des Detailprojektes und des Berichtes über die Umweltauswirkungen wieder aufgenommen. Ein Jahr später wurde auf Verlangen der zuständigen Genehmigungsbehörde, dem Bundesamt für Energie (BFE), anhand des Sachplans Übertragungsleitungen (SÜL) der sogenannte SÜL-Check durchgeführt. Im Dezember 2008 verfügte das BFE, dass auf Grundlage des durchgeführten SÜL-Checks auf ein SÜL-Verfahren verzichtet werden kann. Hingegen musste eine UVP-Prüfung durchgeführt werden.

Im 2009 und 2010 fand die Überarbeitung der Planvorlage und des Berichtes über die Umweltauswirkungen gemäss Vorgaben des BFE statt. Ende Oktober 2010 wurde der Umweltverträglichkeitsbericht (UVB) an das Eidgenössische Starkstrominspektorat (ESTI) zur Vorprüfung und Genehmigung des Pflichtenheftes eingegeben. Im Februar 2011 fand ein Augenschein mit den kantonalen und eidgenössischen Fachstellen unter Federführung des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) statt. Aufgrund dieser Begehung wurde der UVB überarbeitet.

Im Januar 2012 fanden Informationsveranstaltungen in Zernez statt, in deren Rahmen die Gemeinden, Umweltorganisationen und Öffentlichkeit sowie die Presse informiert wurden. Zwischen April 2012 und November 2013 wurden die Gesuchs-Unterlagen aufgrund des neuen Bewertungsschemas für Übertragungsleitungen des BFE und wegen verschiedener Gerichtsurteile grundlegend überarbeitet. Mit Eingabe der Plandossiers an das Eidg. Starkstrominspektorat am 9. Dezember 2013 wurde das Plangenehmigungsverfahren (PGV) eingeleitet.

Projektfortschritt und Meilensteine

Vor dem Rückbau des 220-kV-Stranges muss die 110-kV-Kabelleitung zwischen Zernez und Pradella erstellt und in Betrieb gesetzt sein. Die 60-kV-Leitung wird nach Fertigstellung und Inbetriebnahme der 110-kV-Kabelleitung zurückgebaut. Damit können rund 1000 Masten und Holzstangen im Engadin demontiert werden.

Mai 2016 Bewilligung für den Ausbau der 380-kV-Leitung zwischen Pradella und La Punt durch das Eidgenössische Starkstrominspektorat
Sommer 2017 Erste Tiefbauarbeiten (Fundamente und Kabelrohrblock)
2021 Abschluss der Arbeiten
Visualisierung vom Projekt
Visualisierung vom Projekt

Mensch & Umwelt

Landschaftsbild

Infolge der vorgesehenen 19 Masterhöhungen, 13 neuen Mastspitzen und dem Einsatz von Zweierbündel statt einfachen Leiterseilen wird die Landschaft nur punktuell und geringfügig zusätzlich beeinträchtigt. Die Leitung Pradella – La Punt ist seit Jahrzehnten Bestandteil der Landschaft. Rund 60% der Leitung führt durch den Wald und wirkt sich auf das Landschaftsbild deshalb kaum aus.

Fauna

Die Mortalität bei Vögeln aufgrund Stromschlags ist im Übertragungsnetz gering. Mit dem Einsatz von Bündelleitern und einem dickeren Erdseil wird die Kollisionsgefahr für Vögel zwischen Pradella und Zernez reduziert. Mit dem vorgesehenen Rückbau von Verteilnetzleitungen entfällt ein grosses Gefahrenpotential für die Avifauna. Für die übrige Fauna (Wild, Amphibien, Reptilien) sind keine bis geringe Auswirkungen zu erwarten.

Flora, Grundwasser, Boden

Flachmoore und Schutzgebiete werden überspannt. 10 Masten, an denen Fundamentverstärkungen vorgesehen sind, stehen in oder am Rand von Trockenwiesen und -weiden. Die Beeinträchtigung ist gering. Die Bauarbeiten werden hydrogeologisch begleitet, um Grundwasserverschmutzungen zu verhindern. Der Boden wird durch die Bauarbeiten fast ausschliesslich in bereits belasteten Gebieten tangiert.

Wald

Für den Wald gibt es geringe Mehrbelastungen durch temporäre und definitive Rodungen, die bei Maststandorten und Installationsplätzen notwendig sind. Die bestehenden Niederhaltungen von Bäumen werden beibehalten.

Elektromagnetische Felder

Zwischen Pradella und La Punt befinden sich im Nahbereich der Leitung insgesamt 11 Standorte mit empfindlicher Nutzung. Für alle Standorte wurden separate Berechnungen vorgenommen, welche die Einhaltung der Grenzwerte überall bestätigen. Die gesetzlichen Vorschriften werden eingehalten.

Lärm

Im Nahbereich der Leitung befinden sich insgesamt 10 Gebäude mit lärmempfindlichen Räumen. Zur Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte werden dickere Leiterseile oder Dreierbündel eingesetzt.


Downloads


Netznews

  • | Medienmitteilung

    Spatenstich am «Gäbihübel»

    Beitrag lesen
  • | News

    Chamoson – Chippis: Beginn der Bauarbeiten

    Die im letzten Januar begonnenen Vorbereitungsarbeiten für die ersten beiden Abschnitte der Höchstpannungsleitung Chamoson – Chippis zwischen Chalais und Siders sowie Sitten und Vex stehen kurz vor dem Abschluss.
    Beitrag lesen
  • | News

    Chamoson – Chippis: Zusätzliche geologische Untersuchung

    Der Walliser Kantonsgeologe hat 2015 eine Untersuchung von möglichen Naturgefahren für das Leitungsprojekt Chamoson – Chippis gefordert.
    Beitrag lesen

Kontakt

Anrede

Bitte wählen Sie die Anrede aus.

Bitte geben Sie Ihren Vornamen an.

Bitte geben Sie Ihren Nachnamen an.

Bitte geben Sie eine gültige E-Mail Adresse ein.

Geben Sie bitte Ihre Nachricht ein.

Klicken Sie bitte die Checkbox an.

Kontakt

Anrede

Bitte wählen Sie die Anrede aus.

Bitte geben Sie Ihren Vornamen an.

Bitte geben Sie Ihren Nachnamen an.

Bitte geben Sie eine gültige E-Mail Adresse ein.

Geben Sie bitte Ihre Nachricht ein.

Klicken Sie bitte die Checkbox an.