Netzentwicklung in der Schweiz
Die schrittweise in Kraft getretenen Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Um- und Ausbau der Stromnetze («Strategie Stromnetze») regeln seit 2021 den Netzentwicklungsprozess in der Schweiz.
Netzentwicklungsprozess: Der Prozess von der Planung über die Projektierung bis zur Realisierung der Netzprojekte
Grundsätze der langfristigen Netzplanung
Die Leitplanken für den Planungsprozess des Netzes der Zukunft
Swissgrid ist die Planung eines Netzes wichtig, das nachhaltig, ressourcenschonend, umweltverträglich und volkswirtschaftlich effizient ist. Das Übertragungsnetz der Zukunft soll im Betrieb stabil und sicher sein. Der Netzausbau erfolgt nicht auf Vorrat, sondern auf Basis von nachvollziehbaren und transparenten Abwägungen. Deshalb orientiert sich Swissgrid bei der Erstellung des Strategischen Netzes an folgenden zentralen Grundsätzen:
Strategisches Netz
Das Strategische Netz bezeichnet den koordinierten Prozess zur Langfristentwicklung des Schweizer Übertragungsnetzes. Es beschreibt und begründet den festgestellten Netzentwicklungsbedarf für ein bestimmtes Zieljahr. Mit dem Strategischen Netz 2040 ist dieser Prozess zum dritten Mal erfolgt. Zum ersten Mal basiert dieser auf der in der «Strategie Stromnetze» geschaffenen gesetzlichen Grundlage. Gemäss dieser Grundlage muss die Aktualisierung dieses Mehrjahresplans für die langfristige Netzplanung alle vier Jahre vergleichbar wiederholt werden
Die Planung des Strategischen Netzes basiert auf dem Szenariorahmen Schweiz, der vom Bundesamts für Energie (BFE) erstellt wird, sowie den darin zugewiesenen ENTSO-Szenarien. Sie sind die wesentlichen Eingangsgrössen für den Netzplanungsprozess. Der Szenariorahmen Schweiz beinhaltet für jede Erzeugungstechnologie und jede Verbrauchergruppen für die Zieljahre nationale Zielwerte. Zusätzlich erhält Swissgrid von den SBB sowie den Verteilnetz- und Kraftwerksbetreibern, die direkt am Übertragungsnetz angeschlossen sind, Informationen zur regionalen Entwicklung von Produktion und Verbrauch innerhalb der Schweiz. Die Verteilnetzbetreiber (VNB) der Netzebene 3 haben zusammen mit Swissgrid in diesem Regionalisierungsprozess definiert, wie die Vorgaben zu Produktion und Verbrauch aus dem Szenariorahmen auf die einzelnen Netzknoten, also Anschlusspunkte an das Übertragungsnetz, herunterzubrechen sind.
Die Bildung des Strategischen Netzes durch Swissgrid erfolgt in drei Schritten
Das Zielnetz wird in der Folge diversen Stresstests (z.B. Mehrfachausfälle, Spannungsanalysen, extremen Lastflusssituationen etc.) unterzogen. Idealerweise zeigen die Stresstests, dass das Zielnetz robust in den analysierten Extremsituationen ist. Sollte diese nicht der Fall sein, muss analysiert werden, welche allfälligen zusätzlichen Massnahmen notwendig sind.