Swissgrid entwickelt den Schweizer Regelenergiemarkt weiter

Swissgrid setzt die 2022 gestartete Reform des Schweizer Regelenergiemarkts fort. Die Transformation des Energiesystems hat den Energiemix in der Schweiz verändert und stellt den Betrieb des Übertragungsnetzes vor Herausforderungen. Die wetterabhängige Erzeugung insbesondere von Photovoltaik-Anlagen führt zu Abweichungen zwischen den Fahrplänen der Bilanzgruppen und der tatsächlichen Produktion in Echtzeit. Um die Kosten für die Stromkonsumentinnen und -konsumenten so tief wie möglich zu halten, entwickelt Swissgrid den Regelenergiemarkt weiter und erleichtert den Zugang für neue Akteure und Technologien. Seit 1. Januar 2026 gilt zudem ein neuer Preismechanismus, der den Regelenergiebedarf reduzieren soll. Bis die Massnahmen Wirkung entfalten, setzen die Akteure des Regelenergiemarktes die von der Eidgenössischen Elektrizitätskommission (ElCom) empfohlene Preisgrenze fort.

Stromproduktion und -verbrauch müssen im Stromnetz permanent im Gleichgewicht sein, damit die Frequenz stabil bei 50 Hertz bleibt. Bei unvorhergesehenen Schwankungen greift Swissgrid auf Regelenergie zurück, welche sie auf dem Schweizer Regelenergiemarkt beschafft. Die Kosten für Regelenergie tragen alle Stromkonsumentinnen und -konsumenten. Um die Kosten tief zu halten, verfolgt Swissgrid zwei Ziele: mehr Anbieter für den Regelenergiemarkt zu gewinnen und die benötigte Menge an Regelenergie zu minimieren.

Der Wandel des Energiesystems

Der Energiemix unseres Landes hat sich aufgrund der Energiestrategie des Bundes in kurzer Zeit stark verändert. Die Produktion von erneuerbaren Energien nimmt schnell und kontinuierlich zu. Neue Technologien wie Solaranlagen, Batteriespeicher und Elektromobilität sind Chance und Herausforderung zugleich. Die Veränderung des Energiemix, hauptsächlich vorangetrieben durch die Zunahme von Photovoltaikanlagen, wirkt sich direkt auf den Regelenergiemarkt aus. Insbesondere die Volatilität der Solarstromproduktion erhöhte in den letzten Jahren den Bedarf an Regelenergie deutlich.

In diesem Bereich hat die Branche zusammen mit Swissgrid im letzten Jahr grosse Fortschritte erzielt, die den Regelenergieabruf reduzierten. Eine Schlüsselmassnahme war die Verbesserung der Produktionsprognosen für Solarstrom – je genauer diese Prognosen der Marktteilnehmer (Bilanzgruppen), desto geringer der Regelenergieeinsatz.

Die nachfolgende Grafik zeigt die Anzahl Ereignisse, bei denen über 800 Megawatt Regelleistung abgerufen werden mussten.

Swissgrid beobachtet auch einen Rückgang der insgesamt aktivierten Sekundärregelenergie. Ein Vergleich der ersten zehn Monate im Jahr 2024 mit der gleichen Zeitspanne 2025 zeigt einen Rückgang der Sekundärregelenergie-Aktivierungen um 22 Prozent. Dies ist auch auf eine neue KI-Lösung für den Regelenergie-Abruf zurückzuführen, welche Swissgrid 2025 implementiert hat.

Swissgrid: Verantwortung für einen funktionierenden Regelenergiemarkt

Mit der Weiterentwicklung der Zugangsregeln zum Schweizer Regelenergiemarkt schafft Swissgrid einen liquideren Markt und senkt durch den verstärkten Wettbewerb die Beschaffungskosten für Regelenergie. Die auf dem Markt angebotenen Preise liegen jedoch nicht in der Verantwortung von Swissgrid: Sie werden von den Marktteilnehmenden selbst festgelegt.

Neue Akteure und Technologien

Die Speicherwasserkraft ist aktuell wichtigste Regelenergie-Lieferantin der Schweiz. Das wird auch künftig so sein, doch Energie aus Solaranlagen, Batteriespeichern oder bidirektionalen Elektrofahrzeugen wird eine immer bedeutendere Rolle spielen. Diese Entwicklungen stehen im Einklang mit dem Auftrag von Swissgrid, das Übertragungsnetz sicher zu betreiben und den Schweizer Regelenergiemarkt zuverlässig, marktorientiert und diskriminierungsfrei zu gestalten. Deshalb wird die Mindestmenge an Regelleistung, die auf dem Schweizer Markt angeboten werden kann, von 5 auf 1 MW gesenkt. Swissgrid wird zudem die bestehenden Produkte weiterentwickeln und neue Produkte auf diesem Markt einführen. Ziel dieser Massnahmen ist es, die Teilnahme aller neuen Technologien sowie kleinerer Stromerzeuger zu fördern und damit die Anzahl der Anbieter auf dem Schweizer Markt für Sekundär- und Tertiärregelenergie zu erhöhen.

Ein liquiderer Markt

Das gute Funktionieren des Schweizer Regelenergiemarkts betrifft die gesamte Energiebranche. Alle Stakeholder sind gefordert, ihren Beitrag zur Reduktion der Kosten für Regelenergie zu leisten. Swissgrid entwickelt den Markt daher in enger Abstimmung mit den beteiligten Stakeholdern weiter, um die Attraktivität des Schweizer Markts für Sekundär- und Tertiärregelenergie zu maximieren. Bis diese Massnahmen Wirkung zeigen, setzen die Akteure des Regelenergiemarktes die von der ElCom empfohlene Preisgrenze für Sekundärregelenergie fort.

Darüber hinaus würde ein Stromabkommen mit der EU Swissgrid ermöglichen, vom deutlich grösseren und damit liquideren europäischen Regelenergiemarkt zu profitieren. Das stärkt den stabilen Betrieb des Schweizer Übertragungsnetzes und würde die Kosten für die Beschaffung von Regelenergie erheblich senken.


Balancing Roadmap und neuer Preismechanismus für Ausgleichsenergie

Swissgrid wird Anfang 2026 eine neue Ausgabe der Broschüre «Balancing Roadmap» veröffentlichen. Diese beschreibt die Produkte, die auf dem Schweizer Regelenergiemarkt eingesetzt werden.

Zudem führte Swissgrid am 1. Januar 2026 den neuen Ausgleichspreismechanismus ein. Er setzt Anreize, um eine konstante Balance und Stabilität im Netz zu gewährleisten.


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