Netzprojekt Kabelleitung im Gotthardstrassentunnel

Die 220-kV-Freileitung über den Gotthardpass wurde in den 1930er-Jahren errichtet und muss in den nächsten Jahren grundlegend saniert werden. Der Bau der zweiten Röhre des Gotthardstrassentunnels bietet Swissgrid hierfür gleich mehrere gute Chancen und Synergien: Die Erneuerung der 220-kV-Leitung zwischen Göschenen und Airolo, die Bündelung der Infrastrukturen im Innern des Strassentunnels und die Entlastung der Landschaft am Gotthard.

Ihr Ansprechpartner für dieses Netzprojekt

Alessandro Cameroni
Alessandro Cameroni

Telefon +41 58 580 21 11
info@swissgrid.ch

220-kV-Kabelleitung
220-kV-Kabelleitung
Rückbau
Rückbau
Bestehende Leitung
Bestehende Leitung
Unterwerk
Unterwerk

Übersicht

  • Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) plant am Gotthard eine zweite Röhre für den Strassentunnel.
  • Die 220-kV-Leitung von Swissgrid zwischen Göschenen und Airolo, welche als Freileitung über den Gotthardpass führt, wird in Kürze das Ende der Lebensdauer erreichen und muss erneuert und saniert werden.
  • Der Bau der zweiten Tunnelröhre bietet die Chance, die Infrastrukturen zu bündeln und die neue Höchstspannungsleitung in den Werkleitungskanal zu verlegen, welcher unter der Fahrbahn verlaufen wird.
  • Die Leitungsabschnitte zwischen dem Unterwerk Airolo und dem Südportal des Tunnels sowie zwischen dem Nordportal und dem Kabelendmast in Göschenen werden ebenfalls in die Erde verlegt.
  • Damit realisiert Swissgrid am Gotthard die längste verkabelte Höchstspannungsleitung der Schweiz. Die Kombination einer solchen Leitung mit einem Strassentunnel ist zudem europaweit ein Novum.
  • Swissgrid hat den Auftrag, bei jedem Netzprojekt die Möglichkeit der Bündelung von Infrastrukturen zu prüfen. Beim Gotthardtunnel sind die Kriterien für eine solche Bündelung aufgrund von terminlichen und technischen Synergien erfüllt.
  • Die Kosten für die neue Leitung zwischen Airolo und Göschenen betragen insgesamt 107 Millionen Franken.
  • Die Arbeiten werden parallel mit denjenigen des Strassentunnels durchgeführt und die Kabelleitung wird voraussichtlich 2028 betriebsbereit sein.
Projektvideo
Verkabelung der 220-kV-Leitung am Gotthard

Projekt

Ausgangslage

Die 220-kV-Höchstspannungsleitung Airolo – Mettlen ist für die Netzstabilität und Redundanz auf der Nord-Süd-Achse sowie für den Abtransport der in den Wasserkraftwerken des Alpenraums erzeugten Energie von grosser Bedeutung. Die Schweizer Stimmbevölkerung hat am 28. Februar 2016 dem Bau einer zweiten Röhre für den Gotthardstrassentunnel zugestimmt. Die Bündelung der verschiedenen Infrastrukturen am Gotthard eröffnet Swissgrid bei der Erneuerung der Leitung neue Optionen.

Höchstspannung im Strassentunnel – ein Pionierprojekt

Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) plant unter der Fahrbahn der neuen Tunnelröhre den Bau eines Werkleitungskanals Das Konzept von Swissgrid sieht vor, die Höchstspannungsleitung zwischen Airolo und Göschenen in diesen Werkleitungskanal zu verlegen. Das Vorhaben ist ein Pionierprojekt: Die Kombination einer Höchstspannungsleitung mit einem Strassentunnel ist europaweit ein Novum. Eine lange Verkabelung ist eine technische Herausforderung, welche es Swissgrid erlauben wird, wertvolle Erfahrungen zu sammeln. Verschiedene Behörden des Bundes haben die technische Machbarkeit des Vorhabens sowie verschiedene Sicherheitsaspekte untersucht. Swissgrid wird am Gotthard sämtliche Sicherheitsvorschriften und Emissionsgrenzwerte einhalten.

Adrian Häsler, Leiter Grid Infrastructure
Robert Widmer, Grid Project Manager
Adrian Häsler, Leiter Grid Infrastructure
1/2: Im Interview: Adrian Häsler, Leiter Grid Infrastructure bei Swissgrid
Robert Widmer, Grid Project Manager
2/2: Im Interview: Robert Widmer, Grid Project Manager

Einsatz verschiedener Verkabelungstechnologien

Für die Verkabelung der Leitung zwischen Airolo und Göschenen kommen verschiedene Technologien zum Einsatz. Zwischen dem Unterwerk Airolo und dem Südportal des Gotthardstrassentunnels verläuft die Leitung über 300 Meter in einem in den Boden verlegten Kabelrohrblock. Im Innern des Tunnels wird sie in jenem Teil des Werkleitungskanals, der unter dem Pannenstreifen liegt, an sogenannten Kabelpritschen befestigt sind. Vom Nordportal werden die Kabel erneut in einem unterirdischen Kabelrohrblock über 800 Meter bis zum Kabelendmast in Göschenen verlegt und am Mast direkt mit der Freileitung verbunden, welche weiter in Richtung Mettlen führt.

Situationsplan Gotthardleitung
1/5: Situationsplan Gotthardleitung
Schema Gotthardtunnel
2/5: Für die Verkabelung der Höchstspannungsleitung im Strassentunnel werden die Kabel unter dem Pannenstreifen der Fahrbahn auf sogenannten Kabelpritschen befestigt werden.
Werkleitungskanal
3/5: Die Leitung verläuft in einem separaten Werkleitungskanal (WELK) für 17 km
Unterwerk Airolo
4/5: Die Leitung wird vom Unterwerk Airolo bis zum Südportal des Gotthardtunnels für 300 Meter in einem in den Boden verlegten Kabelrohrblock geführt.
Übergangsmast Göschenen
5/5: Vom Nordportal des Gotthardtunnels bis zum Übergangsmast in Göschenen Die Leitung verläuft wiederum in einem in die Erde verlegten Kabelrohrblock.

Bündelung von Leitungsinfrastrukturen

Swissgrid ist verpflichtet, bei jedem Netzprojekt mögliche Freileitungs- und Kabelvarianten zu prüfen und dabei Aspekte in den Bereichen Technologie, Umwelt, Wirtschaftlichkeit oder Raumplanung zu untersuchen. Weiter hat sie vom Bundesamt für Energie (BFE) den Auftrag erhalten, bei jedem Netzprojekt das Potenzial zur Bündelung von Infrastrukturen im Rahmen von Machbarkeitsstudien eingehend zu untersuchen. Beim Gotthardtunnel sind die Kriterien für eine solche Bündelung erfüllt. Eine ideale Ausgangslage, die sich allerdings nicht einfach 1:1 auf andere Netzprojekte übertragen lässt.

Entlastung der Landschaft am Gotthardpass

Nach der Inbetriebnahme der neuen Kabelleitung durch den Gotthardstrassentunnel wird gemäss aktuellem Planungsstand ab 2029 die heutige Freileitung über den Gotthardpass zurückgebaut. Insgesamt werden über 60 Höchstspannungsmasten und 23 Kilometer Freileitung demontiert. Damit wird die Landschaft am Gotthardpass spürbar entlastet.

Rückbau 220-kV-Leitung Airolo – Göschenen
Rückbau der 220-kV-Leitung Airolo – Göschenen

Befreiung von der Sachplanpflicht, Vereinbarung mit dem ASTRA

Der Sachplan Übertragungsleitungen (SÜL) ist das übergeordnete Planungs- und Koordinationsinstrument der Eidgenossenschaft für den Ausbau und Neubau von Hochspannungsleitungen. Nach der Konsultation mit den zuständigen Bundesämtern hat das BFE entschieden, dass das Gotthardprojekt von Swissgrid die Kriterien für eine Befreiung von der Sachplanpflicht erfüllt, da der Planungskorridor durch den Bau des Tunnels bereits vorgegeben ist. Nach diesem Entscheid sowie dem Abschluss einer Vereinbarung mit dem ASTRA kann Swissgrid mit der detaillierten Projektierung beginnen.

Die nächsten Schritte

Die Arbeiten werden parallel mit denjenigen des Strassentunnels durchgeführt und die Kabelleitung wird voraussichtlich 2028 betriebsbereit sein.

Technische Daten

Spannung bestehende Leitung 220 kV
Länge des Erdleitungsabschnitts zwischen Airolo und Göschenen 18 Kilometer
Rückbau der Freileitung 23 Kilometer
Spannung der Kabelleitung 220 kV
Anzahl der Systeme 1 x 220 kV
Anzahl der Kabel im Tunnel 3
Durchmesser der Kabel ca. 150 mm
Investition von Swissgrid CHF 107 Mio. (Kosten gesamt)

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