Netzprojekt Innertkirchen – Mettlen

Der 61 Kilometer lange Leitungsabschnitt zwischen Innertkirchen (BE) und Mettlen (LU) wird erneuert und von 220 auf 380 Kilovolt verstärkt. Für die Leitungsführung hat Swissgrid drei Planungsgebiete geprüft: Glaubenberg (im Umfeld der bisherigen Leitung), Pilatus (durch das Sarneraatal) und Entlebuch (via Sörenberg und Entlebuch).

Ihr Ansprechpartner für dieses Netzprojekt

Joshu Jullier
Joshu Jullier

Telefon +41 58 580 21 11
info@swissgrid.ch


Das Wichtigste in Kürze

  • Die Leitung zwischen Innertkirchen und Mettlen ist zum grossen Teil über 70 Jahre alt und muss auf den neusten Stand der Technik gebracht werden.
  • Zugleich wird die Leitung von heute 220 auf 380 Kilovolt verstärkt. Dies ist nötig, um den Abtransport der wachsenden Stromproduktion aus den Kraftwerken Oberhasli (KWO) sowie den Walliser und Tessiner Wasserkraftwerken ins Schweizer Mittelland zu gewährleisten.
  • Mitte 2021 hat Swissgrid beim Bundesamt für Energie (BFE) die Festsetzung eines Planungsgebiets zwischen Innertkirchen und Mettlen beantragt. Planungsgebiete sind geografische Räume, in welchen im weiteren Projektverlauf ein Planungskorridor inkl. Übertragungstechnologie (Erdkabel, Freileitung oder kombinierte Varianten) festgelegt werden kann.
  • Swissgrid hat drei mögliche Planungsgebiete untersucht: Das Planungsgebiet Glaubenberg im Umfeld der bisherigen Leitung sowie die Planungsgebiete Pilatus (durch das Sarneraatal) und Entlebuch (via Sörenberg durch das Entlebuch).
  • Jede der eingereichten Varianten weist spezifische Vor- und Nachteile auf. Aus Sicht von Swissgrid schneidet das Planungsgebiet Glaubenberg am besten ab.
  • Im nächsten Schritt wird eine vom BFE eingesetzte Begleitgruppe die Planungsgebiete diskutieren und bewerten.
  • Voraussichtlich im Herbst 2023 setzt der Bundesrat das Planungsgebiet fest.

Projekt

Ausgangslage

Die 61 Kilometer lange Höchstspannungsleitung zwischen Innertkirchen (BE) und Mettlen (LU) ist zu einem grossen Teil über 70 Jahre alt und muss erneuert werden. Im gleichen Zug soll die Spannung der Leitung von heute 220 Kilovolt (kV) auf durchgehend 380 kV erhöht werden. Diese Verstärkung ist ein wichtiges Projekt des «Strategischen Netzes 2025» von Swissgrid.

Warum das Projekt nötig ist

Der Ausbau der Stromproduktion aus Wasserkraft ist ein zentraler Pfeiler der Energiestrategie 2050. Die Kapazitätserhöhung zwischen Innertkirchen und Mettlen ist nötig, um die wachsende Stromproduktion aus den Kraftwerken Oberhasli (KWO) sowie den Walliser und Tessiner Wasserkraftwerken ins Schweizer Mittelland abzutransportieren. Die Verteilung der Energieflüsse auf mehrere Nord-Süd-Achsen erhöht zudem die Netzstabilität. Das Netzprojekt Innertkirchen – Mettlen stützt damit nicht nur den Ausbau der erneuerbaren Wasserkraft, sondern gleichzeitig auch die Versorgungssicherheit der Schweiz.

Die heutige Höchstspannungsleitung Innertkirchen – Mettlen führt über den Glaubenbergpass.
Die heutige Höchstspannungsleitung Innertkirchen – Mettlen führt über den Glaubenbergpass.

Drei mögliche Planungsgebiete

Mitte 2021 hat Swissgrid beim Bundesamt für Energie (BFE) die Festsetzung eines Planungsgebiets zwischen Innertkirchen und Mettlen im Sachplan Übertragungsleitungen des Bundes (SÜL) beantragt. Planungsgebiete sind geografische Räume, in welchen im weiteren Projektverlauf ein Planungskorridor inkl. Übertragungstechnologie (Erdkabel, Freileitung oder kombinierte Varianten) festgelegt werden. Dazu hat Swissgrid drei sich teilweise überschneidende Planungsgebiete untersucht.

Die drei Planungsgebiete im Überblick
Die drei Planungsgebiete im Überblick

Planungsgebiet Glaubenberg

Dieses Planungsgebiet führt – weitgehend im Umfeld der heutigen 220-kV-Leitung – von Innertkirchen via Giswil und Glaubenberg nach Malters und dann weiter Richtung Mettlen. Grösste Herausforderung dieser Variante ist die Flysch-Moorlandschaft «Glaubenberg». In dieser Landschaft von nationaler Bedeutung ist weder eine Freileitung noch eine Verkabelung im offenen Grabenbau möglich. Swissgrid schlägt deshalb eine Unterquerung des Glaubenbergs mittels eines Tunnels vor.

Planungsgebiet Pilatus

Die zweite Variante verläuft ab Giswil durch das Sarneraatal und anschliessend westlich oder östlich des Pilatus nach Littau und Mettlen. Die hauptsächlichen Herausforderungen dieser Option sind grössere Siedlungsgebiete (Giswil, Sarnen, Alpnach, Hergiswil und Kriens) und Streusiedlungen, die Hindernisbegrenzungen der Flugplätze Kägiswil, Alpnach und Buochs sowie die national geschützte Region Pilatus.

Planungsgebiet Entlebuch

Als dritte Alternative könnte ein Planungsgebiet ab Giswil Richtung Westen über Sörenberg durch das Entlebuch bis nach Mettlen führen. Diese Variante durchquert das UNESCO Biosphärenreservat Entlebuch und ist deutlich länger als die beiden anderen evaluierten Planungsgebiete.

Swissgrid empfiehlt Planungsgebiet Glaubenberg

Jede der eingereichten Varianten weist spezifische Vor- und Nachteile in den Bereichen Raumplanung, Umwelt, Technik und Wirtschaftlichkeit auf. Aus Sicht von Swissgrid schneidet das Planungsgebiet Glaubenberg am besten ab: Erstens tangiert es weniger Siedlungsgebiete und weist weniger Hindernisbegrenzungen auf als die anderen Varianten. Zweitens es deutlich kürzer als das Planungsgebiet via Entlebuch, mit entsprechend geringerem Bedarf an Boden, Naturraum, Landschaft, und Baustoffen sowie tieferen Energieverlusten und Kosten.

Zwei Abschnitte werden gesondert betrachtet

Gesondert betrachtet wird der Abschnitt zwischen Mettlen und Hellbühl (Littau). Er wurde 1990 bereits für 380 kV ausgebaut, wird aber aktuell nur mit 220 kV betrieben. Die Leitungen Innertkirchen – Mettlen und Bickigen – Mettlen kommen einander westlich von Rothenburg immer näher und verlaufen ab Rothenburg gebündelt bis nach Mettlen. Es ist daher sinnvoll, die beiden Leitungen in diesem Abschnitt zusammen zu betrachten, um das Siedlungsgebiet nachhaltig entlasten zu können. Swissgrid wird deshalb die Leitungsführung in diesem Bereich im Zuge der geplanten Leitungssanierung Bickigen – Mettlen überprüfen. Gesondert betrachtet innerhalb des Sachplanverfahrens Innertkirchen – Mettlen wird die Leitungseinführung ins Unterwerk Innertkirchen (BE): In einem knapp zwei Kilometer langen Abschnitt verlaufen hier zwei weitere Übertragungsleitungen parallel zur Leitung Innertkirchen – Mettlen. Da alle drei Leitungen durch das Siedlungsgebiet führen, kommt in diesem Abschnitt nur ein Erdkabel in einem Stollen in Frage.


Die nächsten Schritte

In der nächsten Etappe des Sachplanverfahrens wird eine vom BFE eingesetzte Begleitgruppe unter Beteiligung von Bundesämtern, der betroffenen Kantone und Umweltverbänden die von Swissgrid erarbeiteten Planungsgebietsvarianten diskutieren und bewerten. Die Empfehlung der Begleitgruppe geht anschliessend in die öffentliche Mitwirkung. Voraussichtlich im Herbst 2023 setzt der Bundesrat das Planungsgebiet zwischen Innertkirchen und Mettlen fest. Danach wird Swissgrid innerhalb dieses Planungsgebiets verschiedene Planungskorridore mit einer bestimmten Übertragungstechnologie ausarbeiten (Freileitung, Erdkabel oder kombinierte Varianten) und der BFE-Begleitgruppe vorlegen. Der Korridor wird wiederum vom Bundesrat festgesetzt. Im optimalen Fall kann die Erneuerung der Höchstspannungsleitung Innertkirchen – Mettlen bis 2035 abgeschlossen werden. Danach wird die heutige Leitung, welche teilweise durch das Siedlungsgebiet verläuft, abgebrochen.

Zeitplan im optimalen Fall ohne Weiterzug an die Gerichte
Zeitplan im optimalen Fall ohne Weiterzug an die Gerichte

Informationsveranstaltungen

In Malters und Giswil

Der Dialog mit der Bevölkerung, den Gemeinden sowie den Behörden und Verbänden ist Swissgrid ein wichtiges Anliegen. Swissgrid führt am Montag, 22. November 2021 um 18:30 Uhr in Malters (LU) und am Donnerstag, 25. November 2021 um 18:30 Uhr in Giswil (OW) Informationsveranstaltungen zum Projekt durch. Eintritt nur mit Covid-Zertifikat. Die Platzzahl ist beschränkt.


Aufzeichnungen der Informationsveranstaltungen

1/1: Informationsveranstaltung vom 22. November 2021 in Malters (LU)

Downloads


Weiterführende Informationen

  • Bewilligungsverfahren

    Swissgrid ist für die Projektierung und Realisierung von Übertragungsleitungen zuständig.

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  • Emissionen

    Unseren Alltag können wir uns ohne zahlreiche elektronische Begleiter und Hilfsmittel kaum mehr vorstellen. Viel weniger sind wir uns allerdings bewusst, dass überall dort, wo Strom vorhanden ist, elektrische und magnetische Felder entstehen: auch bei Produktion, Transport und Verteilung von elektrischer Energie.

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  • Netztechnologien

    Ob eine Hochspannungsleitung als Freileitung gebaut oder in Form eines Kabels in den Boden verlegt werden soll, wird auf Grundlage objektiver Kriterien entschieden. Deshalb prüft Swissgrid bei jedem Netzprojekt Varianten mit Kabel und Freileitung.

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