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Netzprojekt Mörel – Ulrichen

Zwischen Mörel und Ulrichen entsteht eine neue 380-kV-Leitung. Der Bau dieser Leitung ist nötig, damit die aus der Walliser Wasserkraft stammende Energie vollumfänglich ins Mittelland und in das Tessin gelangt.

Ihr Ansprechpartner für dieses Netzprojekt

Jan Schenk

Übersicht

Die Höchstspannungsleitung zwischen Mörel und Ulrichen wird mit einer Spannung von 380 kV neu gebaut. Ohne die Anbindung der Übertragungsleitungen im Wallis an das 380-kV-Netz können nur rund zwei Drittel der Walliser Produktion aus Wasserkraft abtransportiert werden, wenn das neue Pumpspeicherkraftwerk Nant de Drance in Betrieb geht. Der Neubau der 132-kV-Bahnstromleitung der SBB ist zudem entscheidend für den sicheren Betrieb der Neuen Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT) am Gotthard.

Verbesserung gegenüber der heutigen Situation

Meinungen und Eindrücke vom Projekt
Meinungen und Eindrücke vom Projekt

Projekt

Teilabschnitt Bitsch/Massaboden – Mörel

Teilabschnitt Mörel –  Ernen

Terminplan für den Teilabschnitt zwischen Mörel-Filet und Ernen

Bau Zufahrtswege H2 2020 – H1 2021
Rodung Q3 2020 – Q2 2021
Fundamentbau Q1 2021 – Q4 2022
Montage der Masten Q4 2021 – Q2 2023
Einzug der Leiterseile Q2 2023 – Q4 2024
Korrosionsschutz Q2 – Q3 2025
Inbetriebnahme Q4 2028*
Rückbau 220-kV- und 65-kV-Leitungen Q2  – Q4 2029
Rekultivierung 2022 – 2030
* Die neue 380-/65-kV-Leitung kann erst in Betrieb gehen, wenn das neue 65-kV-Unterwerk Ernen betriebsbereit ist.

Teilabschnitt Ernen – Ulrichen

Zwischen dem Unterwerk Ernen und Ulrichen wurden 57 Masten neu gebaut und die bestehenden 220-kV- und 65-kV-Freileitungen demontiert. Die Hauptarbeiten (Fundamentbau, Mastbau, Seileinzug) fanden von 2017 bis 2020 statt.

Die Gesamtkosten für die neue Höchstspannungsleitung Mörel – Ulrichen betragen rund 110 Mio. Franken.

Situationsplan Teilabschnitt Ernen – Ulrichen

Demontagen

Die bestehende 220-kV-Freileitung zwischen Mörel und Ulrichen wird nach Inbetriebnahme der neuen Leitung abgebrochen. Die bestehenden 65-kV-Freileitungen Mörel – Ernen 1, Mörel – Ernen 2 und Ernen – Ulrichen werden ebenfalls demontiert.

Masten, Leiter, Erdseil und Isolatoren

Für alle Masten werden Stahlgittermaste und Kunststoffisolatoren verwendet.

Für die Übertragungs- und Bahnstromleitung werden 1000 mm2 Aldrey-Leiter verwendet, wobei bei der Übertragungsleitung Zweierbündel eingesetzt werden. Die 65-kV-Leitung wird mit 600 mm2 Aldrey-Einzelleiter ausgestattet. Das Erdseil hat einen Durchmesser von ca. 350 mm2 und einen integrierten Lichtwellenleiter.

Unterwerk Ernen

Am neuen Standort in Niederernen entsteht ein modernes 220-Kilovolt-Unterwerk. Das alte Unterwerk in Fiesch und der Leitungsanschluss werden zurückgebaut. Damit wird eine Querung der Rhone verhindert und das Siedlungsgebiet entlastet. Zum Kernstück des neuen 220-kV-Unterwerks Ernen zählt die gasisolierte Schaltanlage. Zudem wird ein zweiter 220-/65-kV-Transformator installiert, um die regionale Versorgungssicherheit zu erhöhen. Valgrid baut mit den Partnern GKW und KWRB am Standort in Niederernen ein neues 65-kV-Unterwerk.

Gemäss heutiger Projektplanung ist die Inbetriebnahme des neuen Unterwerks Ernen frühestens Ende 2028 möglich. Solange das UW Ernen somit seitens Valgrid nicht betriebsbereit ist, sind GKW und Valgrid weiterhin auf das UW Fiesch und damit den Anschluss über die bestehende Leitung angewiesen.

Meinungen und Eindrücke vom Projekt
Zeitraffer: Neubau des Betriebsgebäudes im Unterwerk Ernen

Unterwerk Mörel

Swissgrid verstärkt das Unterwerk in Mörel, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen. Zum einen entsteht in Mörel eine gasisolierte 380-kV-Schaltanlage. Diese ersetzt eine in die Jahre gekommene Freiluftschaltanlage. Die bestehende 220-kV-Schaltanlage wird erweitert. Zudem installiert Swissgrid einen neuen 380-/220-kV-Transformator. Die Umbauarbeiten beginnen voraussichtlich 2027 mit dem Bau der Transportwege sowie dem Versetzen der 380-/220-kV-Trafostation im Unterwerk Mörel. Dies ist abhängig vom Bewilligungsverfahren. Die Inbetriebnahme ist abhängig von den 380-kV-Leitungsprojekten Chippis – Mörel und Mörel – Ulrichen.

Kabelstudie Binnaquerung

Situationsplan Kabelstudie Binnaquerung
Situationsplan Kabelstudie Binnaquerung

Für die Kabelvariante wird zur Binnaquerung eine Brückenlösung in Betracht gezogen. Die Kabelbrücke ist eine Variante im topologisch schwierigen Bereich der Binnaquerung mit beidseitig steil abfallenden Hängen.

Die Kabelbrücke könnte als Fussgängerverbindung genutzt werden. Wegen der Nähe der Fussgänger zur Kabelanordnung muss dem Magnetfeld besondere Beachtung geschenkt werden. Zur Abschirmung der magnetischen Felder könnte eine Aluminiumplatte oberhalb der Kabelanordnung angebracht werden.

Visualisierung Binnaquerung
Visualisierung Binnaquerung
Video: Höchstspannungsleitung im Goms – Bauarbeiten zwischen Mörel-Filet und Ernen abgeschlossen

Mensch & Umwelt

Elektromagnetische Felder

Insgesamt wurden 19 Gebäude innerhalb des Untersuchungsperimeters als OMEN eingestuft. Für sämtliche OMEN wurde das magnetische Feld berechnet. Bei 18 OMEN wird der Anlagengrenzwert von 1 Mikrotesla eingehalten. Bei einem OMEN wurde der Anlagengrenzwert leicht überschritten – hierfür wurde eine Ausnahmegenehmigung erteilt.

Landschaft

Die neue Leitungsführung kommt im gesamten Projektperimeter südlich der bestehenden Bauzonen und Siedlungsgebieten zu liegen. Durch die Verlegung der Leitung aus dem Uferbereich der Rhône und aus dem offenen Landwirtschaftsland an den bewaldeten Hang wird das Konfliktpotenzial der bestehenden 220-kV-Leitung mit der Bauzonenausscheidung in mehreren Gemeinden aufgehoben. Es resultiert bezüglich Landschaftsbildes eine generelle Verbesserung gegenüber der bestehenden Situation.

Aufgrund der Bündelung mit der 132-kV-Bahnstromleitung und den zwei 65-kV-Leitungen auf dem gleichen Gestänge sowie der höheren Spannung werden die Masten allerdings gegenüber der bestehenden 220-kV-Leitung höher.

Wald

Der überwiegende Teil der Maststandorte befindet sich im Wald. Weitere Standorte werden intensiv landwirtschaftlich genutzt oder umfassen Halbtrockenwiesen und extensiv beweidete Flächen.

Auf dem Abschnitt Ernen – Ulrichen wurden die Ausholzungsarbeiten enthalng des Leitungstrassees im Frühjahr 2018 ausgeführt. Diese sind für die Sicherheit auf der Baustelle und den sicheren Betrieb der Leitung notwendig. Auf einer Distanz von rund 16 Kilometern wurde ein Korridor von rund 30 Metern horizontaler Breite freigehalten. In diesem Bereich wachsen wieder Bäume und Sträucher nach. Damit wird sich die Leitung mit der Zeit besser ins Landschaftsbild einpassen.

Auf dem Abschnitt Ernen – Ulrichen war für die Realisierung der Leitung bei den Maststandorten insgesamt eine Fläche von 15 288 m2 Wald auszuholzen. Für den Zugang zu den Bauplätzen und Maststandorten ist die temporäre Rodung einer Fläche von 22 572 m2 erforderlich. Die Niederhaltungen sind über eine Fläche von 292 471 m2 notwendig.

Netzprojekt Mörel – Ulrichen: Ausholzungen

Aufwuchs von Weisstannen

Die Wälder im Goms bestehen vorwiegend aus Fichten und Lärchen. Durch den Klimawandel treten im Wald immer häufiger Schäden durch den Borkenkäfer auf. Dadurch wird der Fichtenbestand gefährdet und damit auch die wichtige Schutzfunktion gegen Lawinen. Im Wald entstehen vermehrt Kahlflächen, welche auch den Lärchenbestand zusätzlich belasten. Als klimaresistente Baumarten setzt die Eidg. Forschungsanstalt WSL vermehrt auf die lokale Weisstanne. Diese werden im Goms ab dem nächsten Frühjahr auf ausgewählten Flächen gepflanzt und wo nötig mit Massnahmen gegen Verbiss durch Wildtiere geschützt. Die Pflanzungen und Pflege übernimmt ein lokaler Forstbetrieb. Damit wird die Schutzfunktion des Waldes langfristig gesichert.

Aufwuchs von Weisstannen
Aufwuchs von Weisstannen

Naturgefahren

Nach jeder Ausholzung überprüft Swissgrid, ob zum Schutz von Mensch und Umwelt zusätzliche Sicherheitsmassnahmen nötig sind. Gegen Lawinen werden etwa sogenannte Schneerechen und Dreibeinböcke aus Holz aufgestellt. Zudem pflanzt Swissgrid in Waldlichtungen entlang des Leitungstrassees Jungbäume. Solche Schutzvorkehrungen wurden in den Gemeinden Ernen, Goms und Obergoms erstellt. Sie garantieren einerseits die Wintersicherheit für die ganzjährig befahrenen Strassen. Andererseits unterstützen sie das Aufwachsen des Waldes im Bereich der Leitung. Mit den Massnahmen kann der Wald seine Funktion bezüglich des Schutzes vor Lawinen langfristig uneingeschränkt erfüllen.

Auf dem Abschnitt von Mörel bis Ernen werden die Ausholzungsarbeiten entlang des Leitungstrassees bis im Frühling 2021 ausgeführt. Swissgrid prüft auch auf diesem Abschnitt, ob zusätzliche Schutzmassnahmen bezüglich Lawinen und Schneerutschungen notwendig sind. Eine definitive Beurteilung der Situation und die Festlegung von geeigneten Massnahmen ist erst nach den Ausholzungen möglich.

Alpweiden vor Verwilderung schützen

Der Bau einer Höchstspannungsleitung ist mit Eingriffen in die Natur verbunden. Zur Kompensation setzt Swissgrid in den betroffenen Gemeinden zwischen Mörel-Filet und Ulrichen verschiedene Renaturierungsprojekte um. Auf der Tunetschalp hat Swissgrid beispielsweise ein Nassbiotop realisiert. Daneben hat sie vertraglich zugesichert, die Tunetsch- und Gorneralp in den nächsten 20 Jahren regelmässig freizuschneiden, um sie vor Verwilderung zu schützen.

Als weitere Ausgleichsmassnahme ist vorgesehen, auch geschützte Trockenwiesen und -weiden vor Verwilderung zu schützen. Allein zwischen Ulrichen und Ernen werden insgesamt sieben Wiesen und Weiden von übermässigem Bewuchs befreit. Die Arbeiten dazu haben im Herbst 2019 begonnen und dauern bis Ende 2021. Diese Flächen werden auch in Zukunft freigehalten, um ihren ökologischen Wert zu erhalten.


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