Warum das Projekt wichtig ist
TSO-DSO Coordination ermöglicht Übertragungs- und Verteilnetzbetreibern, Netz- und Systemdienstleistungen effizient, skalierbar und sicher zu beschaffen. Die Integration von Photovoltaik, Elektromobilität und Wärmepumpen wird möglich dank:
- Stabilität und Effizienz: Flexibilität wird dort eingesetzt, wo sie den grössten Nutzen bringt – für Netzsicherheit und Kostenoptimierung.
- Marktorientierung: Ein neues Geschäftsmodell für Flexibilitätsanbieter schafft Wettbewerb und Innovation.
- Nachhaltigkeit: Die Energiewende wird beschleunigt, ohne die Netzstabilität zu gefährden.
Projekt
Herausforderung
Dezentrale Energieressourcen wie Photovoltaik, Wärmepumpen oder Ladestationen für Elektrofahrzeuge verbreiten sich schnell. Sie sind positiv für eine nachhaltige Energiewende, bringen jedoch auf allen Ebenen des Übertragungs- und Verteilnetzes Herausforderungen mit sich. Beispielsweise entstehen lokale Engpässe, Spannungsverletzungen oder Ungleichgewichte zwischen Stromerzeugung und -verbrauch im gesamten System.
Lösungsansatz
Das Projekt «TSO-DSO Coordination (TDC)» zeigt praktisch, wie dezentrale Flexibilität gewinnbringend für das Stromnetz eingesetzt werden kann. Ressourcen wie Batterien, Wärmepumpen und Ladestationen werden so gesteuert, dass sie auf wechselnde Anforderungen des Stromnetzes reagieren. Flexibilitätsdienstleister bieten diese Flexibilität an, indem sie Energie speichern, verbrauchen oder ins Netz einspeisen – je nachdem, was für die Stabilität und Effizienz des Netzes am besten ist.
Verteilnetzbetreiber und Swissgrid können ihr Netz in verschiedene lokale Marktgebiete aufteilen, in denen die Flexibilität abgerufen und nötigenfalls begrenzt werden kann. In der Marktoptimierung werden die Angebote und Bedarfe unter Berücksichtigung der Netzgrenzwerte zusammengebracht. Die zentrale Optimierung berücksichtigt den Einfluss von Flexibilitätsaktivierung auf verschiedene Netzebenen, ermöglicht Aggregation über verschiedene Marktgebiete hinweg, und sorgt dafür, dass Flexibilitätsaktivierungen keine Unausgeglichenheit verursachen.
Dieses Innovationsprojekt, das nun in die Testphase übergeht, treibt Swissgrid gemeinsam mit Branchenpartnern voran.
Was wurde in der letzten Phase B erarbeitet?
Axpo, Azienda Elettrica di Massagno (AEM), CKW, ewz, Groupe E, Primeo Energie, Romande Energie, St.Galler Stadtwerke (sgsw) und Swissgrid arbeiteten von 2023 bis Dezember 2024 in der ÜNB-VNB-Koordination Phase B zusammen und verfeinerten das Koordinationskonzept aus der ersten Phase A.
Nutzen
- Beitrag zur Netzstabilität und Versorgungssicherheit: Das Projekt ermöglicht eine koordinierte Nutzung von flexiblen Ressourcen (Batterien, Wärmepumpen, Ladeinfrastruktur), um Engpässe zu vermeiden und Spannungshaltung sicherzustellen. Damit wird die Netzstabilität auch bei stark wachsender Einspeisung aus Photovoltaik und Elektromobilität gewährleistet.
- Ergänzung zu dynamischen Tarifen, garantierter und vertraglicher Nutzung: Mit dem per 1.1.2026 in Kraft tretenden Stromversorgungsgesetz und der Stromversorgungsverordnung werden neue Instrumente für netzdienliche Flexibilitätsnutzung eingeführt. TSO-DSO Coordination ergänzt diese Instrumente mit einer Möglichkeit, Flexibilität mit kurzer Vorlaufzeit, minimalem administrativem Aufwand und ohne Unausgeglichenheit zu nutzen.
- Effizienz und Kostenoptimierung: Durch den marktbasierten Ansatz wird Flexibilität dort eingesetzt, wo sie den grössten Nutzen bringt. Das reduziert den Bedarf an teuren Netzausbauten und senkt die Systemkosten.
- Innovations- und Wettbewerbsförderung: Das Projekt schafft ein neues Geschäftsmodell für Flexibilitätsanbieter. Aggregatoren können ihre Dienste auf einem koordinierten Markt anbieten, was Wettbewerb und Innovation fördert.
- Nachhaltigkeit: TSO-DSO Coordination beschleunigt die Integration erneuerbarer Energien, ohne die Netzstabilität zu gefährden. Damit wird die Dekarbonisierung des Energiesystems unterstützt.
Aktueller Projektstand/Ausblick
Die aktuelle Phase C ist zweigeteilt: Vom März 2025 bis Frühjahr 2026 wird das Koordinationskonzept anhand von Simulationen und einem Pilotprojekt, das sich auf Prozesse der Verteilnetzbetreiber konzentriert, getestet und durch eine Studie zum Marktpotenzial in der Schweiz ergänzt. Danach folgen Vorbereitungen für die Implementierung bis im Frühjahr 2027.
Weitere interessierte Aggregatoren oder Verteilnetzbetreiber können sich bei der Kontaktperson melden, um in die TDC Consultative Group aufgenommen zu werden, die ca. alle 3-4 Monate ein Update zum Projekt erhält.