Netzprojekt Airolo – Lavorgo

Die neue 380-Kilovolt-Verbindung zwischen Airolo und Lavorgo wird die bestehende Höchstspannungsleitung ersetzen und die Sicherheit der Energieversorgung im Tessin sowie in der Schweiz verbessern. Das neue Trassee soll auf der rechten Talseite verlaufen, fern von den Siedlungsgebieten.

Ihr Ansprechpartner für dieses Netzprojekt

Gabriele Crivelli

Communication Manager
info@swissgrid.ch

Planungsgebiet
Planungsgebiet
Rückbau
Rückbau
Bestehende Leitung
Bestehende Leitung
Unterwerk
Unterwerk

Übersicht

Strom ist ein wesentliches Gut für unsere Gesellschaft und Wirtschaft. Das Übertragungsnetz von Swissgrid ist entscheidend für den Stromtransport von den Kraftwerken zu den Haushalten. In den kommenden Jahren wird der Energiebedarf stetig steigen, vor allem durch Elektromobilität, Heizungen (Wärmepumpen) und das Aufkommen von Rechenzentren, die grosse Energieverbraucher sind.

Swissgrid will einen entscheidenden Beitrag zu dieser Transformation leisten und ihr Stromnetz an die neuen Bedingungen anpassen. Aus diesem Grund wurden kürzlich die langfristige Netzplanung aktualisiert und 31 Schlüsselprojekte identifiziert, um weiterhin eine sichere Stromversorgung zu gewährleisten. 

Swissgrid plant, die bestehende Höchstspannungsleitung zwischen Airolo und Lavorgo durch eine neue 380-kV-Freileitung zu ersetzen. Die derzeit genutzte Leitung wurde in den 50er Jahren gebaut und entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Die neue Trasse wird 23 Kilometer lang sein und auf der Schattenseite des Tals fern von den Ansiedlungen verlaufen. Auf demselben Trasse wird eine 132-kV-Leitung der SBB installiert, die zusammen mit den beiden anderen bestehenden Leitungen die AlpTransit Gotthardbahn speist. Nach Abschluss der Arbeiten wird die aktuell bestehende Leitung abgebaut. Als Ersatzmassnahme wird die Leitung von Azienda Elettrica Ticinese (AET) in Quinto, Rosi und Faido teilweise unter die Erde verlegt.

Auf denselben Masten erfolgt eine Bündelung mit einer 132-kV-Leitung der SBB, zur Versorgung der Eisenbahnstrecke des AlpTransit Gotthard.

Die Leitung ist notwendig, um die Sicherheit der Energieversorgung im Tessin sowie in der Schweiz zu gewährleisten. Swissgrid hat das Baugesuch im Mai 2020 eingereicht, das Plangenehmigungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen.

Animation der künftigen Leitung Airolo – Lavorgo
Visualisierung der neuen Leitung (Google Earth)
Animation der künftigen Leitung Airolo – Lavorgo
1/2: Animation der künftigen Leitung Airolo – Lavorgo
Visualisierung der neuen Leitung (Google Earth)
2/2: Visualisierung der neuen Leitung (Google Earth)

Verbesserungen gegenüber der heutigen Situation

  • Erhöhte Betriebssicherheit
  • Leitungsverlauf fern von Siedlungsgebieten
  • Rückbau der bestehenden 220-kV-Leitungen Airolo – Lavorgo sowie Peccia – Lavorgo (Letztere ab 2035 nach Inbetriebnahme der neuen Leitungen im Maggiatal)
  • Dank der höheren Übertragungskapazität werden Produktionsbeschränkungen der Tessiner Kraftwerke vermieden
  • Die neue 132-kV-SBB-Verbindung erhöht die Versorgungssicherheit für den AlpTransit Gotthard   

Projekt

Aus der Zusammenarbeit zwischen Kanton, AET und SBB entstanden

Im November 2013 haben der Kanton Tessin, Swissgrid, Azienda Elettrica Ticinese (AET) und die SBB in Absprache mit dem Bundesamt für Energie (BFE) beschlossen, Varianten zu erstellen, die besser auf die spezifischen Voraussetzungen abgestimmt sind und zudem einen umfassenden Ansatz für den gesamten Bereich «Alto Ticino» berücksichtigen, statt sich wie bislang rein auf die Leventina zu beschränken. Gemeinsam haben sie daher die «Neuordnungsstudie zum Hoch- und Höchstspannungsnetz im Tessin» initiiert. In einem ersten Schritt wurde der Bereich betrachtet, der als «Sektor Alto Ticino – Westteil» bezeichnet wird und das Maggiatal, das Locarnese bis Magadino, das Bedrettotal und die Alta Leventina bis Lavorgo umfasst.

Das BFE und die Begleitgruppe des Verfahrens haben aufgrund der Studie einstimmig die «Lösung zur Neuordnung der Übertragungsleitungen (Variante Leventina + 14)» aus etwa 70 möglichen Optionen ausgewählt. Mit dieser Lösung können unter anderem mehr als 70 km Freileitungen abgebaut und wertvolle Flächen entlastet werden. Die Stilllegung erfolgt schrittweise und ist abgeschlossen, sobald alle in der Leventina und in der Vallemaggia geplanten neuen Strecken in Betrieb sind.

Neues Trassee und Erhöhung der Spannung

Das Ausbauprojekt ist als Teil des «Strategischen Netzes 2025» von Swissgrid von nationaler Bedeutung. Dank der neuen Freileitung entsteht eine zweite 380-kV-Verbindung zwischen dem Kanton Tessin und der übrigen Schweiz (zusätzlich zur Lukmanierleitung Mettlen – Lavorgo), wodurch die Übertragungskapazität verbessert wird. Auf den Masten der neuen Höchstspannungsleitung wird auch eine 132-kV-Leitung der SBB hinzugefügt. Dies gibt der SBB eine höhere Versorgungssicherheit für die Eisenbahnstrecke des AlpTransits Gotthard.

Nach Inbetriebnahme der neuen Leitung kann die derzeitige 220-kV-Leitung demontiert werden, die teilweise in der Nähe von Siedlungsgebieten verläuft. Als Ausgleichsmassnahme wird ausserdem die 50-kV-Leitung von AET teilweise unter die Erde verlegt.

Die neue Strecke wird 23 km lang sein und auf der rechten Seite des Tals verlaufen. An dem Projekt sind vier Gemeinden beteiligt: Airolo, Quinto, Dalpe und Faido. Die geplanten Investitionen belaufen sich auf über 90 Millionen Franken, wovon rund 25 Millionen für Kompensationsmassnahmen vorgesehen sind.

Chronologie und nächste Schritte

Die ersten Überlegungen zur Erhöhung der Spannung zwischen Airolo und Lavorgo gehen auf das Jahr 1997 zurück, als die Hochspannungsleitung noch der Atel gehörte. Im Jahr 2006 wurde beschlossen, die SBB-Leitung in das Projekt zu integrieren, und 2012 wurde eine Begleitgruppe des Bundesamts für Energie eingesetzt, um die Varianten Kabel oder Teilerdverlegung zu evaluieren.

Im Jahr 2013 wurde ein Meilenstein geschafft: Swissgrid wird Eigentümerin des nationalen Stromnetzes und der Kanton lanciert die Generalstudie für die Hoch- und Höchstspannungsnetze. Das Ergebnis dieser Studie ist eine Gesamtsanierung des Obertessins, bei der mehr als 70 km Freileitungen abgebaut werden und damit das Projekt Airolo – Lavorgo unumgänglich ist.

Im Jahr 2015 legte die Begleitgruppe den Verlauf des Korridors (rechte Seite) und die Technologie (Freileitung) fest, eine Empfehlung, die im Sommer zur öffentlichen Anhörung in den betroffenen Gemeinden vorgelegt wurde. Am 23. März 2016 hat der Bundesrat den Korridor und die Technologie genehmigt. Auf der Grundlage dieses Entscheids hat Swissgrid die endgültige Trassenplanung ausgearbeitet und im Mai 2020 das Baugesuch eingereicht. Das Projekt wurde in den beteiligten Gemeinden im Juni 2020 veröffentlicht.

Anfang 2024 hat das Bundesamt für Energie (BFE) das Plangenehmigungsverfahren gestoppt und von Swissgrid weitere Abklärungen zum Projekt gefordert, insbesondere zu den Trassen der AET- und SBB-Leitungen in Airolo und Lavorgo sowie zur Stilllegung der heutigen Swissgrid Leitung Airolo – Lavorgo. Darüber hinaus wurde eine Aktualisierung der Umweltverträglichkeitsstudie und der Studie über die Teilkabelverlegung in Airolo gefordert.

Die Hauptmerkmale des Projekts und der Verlauf der Swissgrid Leitung bleiben jedoch unverändert. Swissgrid aktualisierte das Projektdossier und reichte es im Herbst 2025 erneut beim BFE ein. Die neue Veröffentlichung des Projekts erfolgt voraussichtlich in der ersten Hälfte des Jahres 2026. Gleichzeitig können Gemeinden und Privatpersonen Einspruch erheben.

Die Entscheidung über die Erteilung der Baubewilligung liegt nun beim BFE. Diese Entscheidung kann wiederum angefochten werden. In diesem Fall entscheiden das Bundesverwaltungsgericht und das Bundesgericht über die Richtigkeit der Bestimmungen des BFE und die korrekte Rechtsanwendung bei Beschwerden betroffener Personen.

Technische Daten

Spannung380 / 132 Kilovolt
Trasseelänge23 Kilometer
Anzahl Masten
59
LeiterAldrey 1000 und Aldrey 800
PartnerSBB

Mensch und Umwelt

Das Projekt Airolo – Lavorgo ist ein wichtiger Schritt nicht nur für die Energiesicherheit, sondern auch für die harmonische Einbettung der Infrastruktur in die Landschaft. Dank der Bündelung der Leitungen konnte die Beeinträchtigung der Landschaft durch den Verzicht auf den Bau einzelner Pfähle verringert werden. In der Generalstudie wurden die am besten geeigneten Gebiete für die neuen Trassen ermittelt, wobei alle landschaftlichen und raumplanerischen Aspekte sorgfältig bewertet wurden. Auf diese Weise konnte die neue Leitung so ausgewogen wie möglich in die natürliche Umgebung eingefügt werden. Es ist auch zu bedenken, dass Freileitungen insgesamt weniger Umweltauswirkungen haben als Erdkabel (siehe Blog: Freileitungen – ein unterschätzter Beitrag zur Nachhaltigkeit).

Zudem setzt sich Swissgrid dafür ein, die Auswirkungen der Leitung auf Landschaft und Umwelt im Rahmen der vom Bund gesetzten Grenzen zu minimieren. Im Umweltverträglichkeitsbericht wurden mehr als 100 naturverträgliche Projekte genannt. Zu diesen Massnahmen gehören beispielsweise die Beobachtung des Steinadlers und des Birkhuhns sowie die Renaturierung von Bächen (z.B. des Bachs Trenta Valli) und die Wiederherstellung von beweideten Wäldern für die Landwirtschaft.

Landschaftsbild

Gleichzeitig mit diesen Naturschutzmassnahmen wird auch der Rückbau der bestehenden Leitung, die derzeit nahe an Ansiedlungen verläuft, sowie die teilweise unterirdische Verlegung der AET-Leitung durchgeführt. Die neue Höchstspannungsleitung wird fernab bewohnter Gebiete errichtet.

Dank der Bündelung der neuen 380-kV-Leitung von Swissgrid mit der 132-kV-Leitung der SBB wird die Errichtung von zwei getrennten Trassees vermieden. All dies kommt dem Landschaftsbild zugute. Die neuen Masten werden mit einem grünen Anstrich geliefert, so dass sie sich gut in die Umgebung eingliedern.

In einigen Bereichen sind Rodungen erforderlich, wodurch die Leitung in den ersten Jahren ein wenig stärker ins Auge fallen könnte. Es werden niederstämmige Bäume gepflanzt, damit die Masten weniger auffallen.

Die Festlegung der Trasse erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen Swissgrid und den Gemeinden und Bürgergemeinden. Es wurden zahlreiche Ortsbegehungen durchgeführt und Fotomontagen erstellt, die dann bei zahlreichen Sitzungen mit den lokalen Behörden optimiert wurden.

Elektromagnetische Felder und Lärmbelastung

Durch die grössere Entfernung der Leitung zu den Siedlungen wird die Belastung für die Bevölkerung reduziert. Der Grenzwert von 1 μT für elektromagnetische Strahlung wird überall eingehalten oder sogar unterschritten. Die Lärmbelastung wird durch den Einsatz modernster Technologien sowie von Zweierbündeln deutlich reduziert.

Naturgefahren

Bei der Ausarbeitung des Projekts hat sich Swissgrid von Expertinnen und Experten für Naturgefahren beraten lassen. So wurde beispielsweise für die Durchquerung des Schutzgebiets Tremorgio ein Gutachten durch das Institut für Schnee- und Lawinenforschung in Davos erstellt. Die Erteilung der Baugenehmigung war an strenge Auflagen gebunden. So musste unter anderem in Zusammenarbeit mit Geologen des Kantons und Ingenieuren geprüft werden, ob entlang der Trassen Schutzmassnahmen erforderlich sind. Mögliche Naturgefahren sind Hangrutsche, Murgänge, Lawinen oder Steinschlag.

Fotomontagen Rückbau der bestehenden Leitung
Fotomontagen Rückbau der bestehenden Leitung

Downloads


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