Swissgrid erweitert ihre Realität

Unterhalt Digitalisierung Innovation

Swissgrid erweitert ihre Realität

AR-Brillen vereinfachen Inspektion von Unterwerken

Autorin: Stephanie Bos


Die Digitalisierung bietet viele neue Möglichkeiten. Eine davon ist die sogenannte «Augmented Reality» (AR), was auf Deutsch erweiterte Realität bedeutet. Es handelt sich also um die Schaffung einer Realität, bei der analoge Elemente mit virtuellen Inhalten ergänzt werden. In verschiedenen Branchen wird diese Technologie bereits angewendet; in der Produktefertigung, im Gesundheits-, Bau und auch im Bildungswesen. Swissgrid hat das Potenzial von Augmented Reality erkannt und gemeinsam mit dem ETH Spin-Off Rimon Technologies GmbH ein Pilotprojekt für die Inspektion von Unterwerken lanciert. «Solche neuen Technologien bieten Chancen für die Optimierung und Standardisierung der Prozesse bei Swissgrid. Dieses Potenzial wollen wir nutzen», erläutert Etienne Auger, Research & Digitalisation Manager bei Swissgrid. Geräte wie Smartphones und Tablets können schon heute eine Augmented Reality darstellen. Im Pilotprojekt von Swissgrid wurde aber bewusst der Fokus auf AR-Brillen gelegt, da diese den Vorteil haben, dass die Nutzerin oder der Nutzer beide Hände frei hat und sich somit sicherer im Unterwerk bewegen kann.

Bei jedem Checkpunkt wird eine knappe Beschreibung der durchzuführenden Prüfung aufgeblendet.
Bei jedem Checkpunkt wird eine knappe Beschreibung der durchzuführenden Prüfung aufgeblendet.

300 digitale Checkpunkte

Für das Pilotprojekt wurde das Swissgrid Unterwerk in Mettlen ausgesucht. Dieses Unterwerk bot die besten Voraussetzungen, denn es wurden einige Digitalisierungsprojekte dort schon durchgeführt, auf welchen dieses Pilotprojekt sich stützen konnte. Rimon hat das 3D-Modell des Unterwerks konvertiert, in die AR Brille integriert und die Checkliste der Monatsinspektionen in einen zeitlichen und räumlichen Inspektionsablauf übersetzt. In zwei Begehungen wurde die Anwendung auf ihre Akzeptanz und Nutzenstiftung getestet. Die Dienstleister wurden in diesen Prozess miteinbezogen, denn sie kennen die Bedürfnisse und das Optimierungspotenzial im bisherigen Prozess. «Durch die Feedbacks der Dienstleister konnten wir die Nutzerführung der Applikation weiter optimieren und einen Ablauf präsentieren, welcher sowohl die jetzige Checkliste als auch den realen Ablauf der Monatsinspektion abbildet. Diese Kombination kam gut bei den Dienstleistern an und der Mehrwert für ihre Arbeit wurde direkt wahrgenommen», sagt Kordian Caplazi, Mitgründer von Rimon Technologies GmbH.

Das Endprodukt lässt sich sehen. Die AR Anwendung führt den Nutzer durch 300 digitale Checkpunkte, welche durch sogenannte Areas of Interest und Points of Interest im Raum mittels Überlagerung der realen Welt mit dem virtuellen 3D Modell angezeigt und mit gezielten Informationen wie Bilder, Videos und animierte 3D-Modelle unterstützt werden.

Solche neuen Technologien bieten Chancen für die Optimierung und Standardisierung der Prozesse bei Swissgrid.

Etienne Auger, Research & Digitalisation Manager
Das Unterwerk wird mit einem digitalen Zwilling überlagert.
Das Unterwerk wird mit einem digitalen Zwilling überlagert.

Die Inspektion mit AR-Brille funktioniert also wie folgt: Die Brille wird aufgesetzt und sichtbar wird zunächst nicht mehr, als dass mit dem blossen Auge erfasst werden kann. Dann wird der digitale Zwilling des Unterwerkes im Sichtfeld überlagert. Bei jedem Checkpunkt während der Begehung wird eine knappe Textbeschreibung der durchzuführenden Prüfung eingeblendet – begleitet von Bildern, Videos und/oder 3D-Modellen zur richtigen Zeit und am richtigen Ort. So wissen die Dienstleister ganz genau welche Kontrolle sie an welchem Ort durchführen müssen und welche Referenzen für die Bewertung ihrer Beobachtungen gelten. Gleichzeitig können mithilfe der AR-Brille Fotonachweise an allen Checkpunkten geschossen und der Bericht gleich auf der Anlage und in Echtzeit auf einer virtuellen Tastatur erfasst werden. So werden die Inspektionen weiter standardisiert und gleichzeitig effizienter. Ausserdem werden die Berichte für Swissgrid nachvollziehbarer und die darin festgehaltenen Ergebnisse transparenter. Das bestätigt auch Ernst Zogg, der als Grid Maintenance Manager für das Unterwerk Mettlen verantwortlich ist: «Das System kann die Qualität der Inspektionen steigern und die Abläufe vereinfachen.» Auch für neue Mitarbeitende, welche die Anlagen nicht kennen, stellt die Anwendung von AR-Brillen einen klaren Vorteil dar und sichert den Wissenstransfer.

Das Pilotprojekt bei Swissgrid läuft noch bis Ende dieses Jahres. Danach wird die Integration der AR-Brille in die bereits bestehenden Applikationen überprüft.

Ein Mitarbeitender testet die AR-Brille und greift für alle anderen ins Leere.
Ein Mitarbeitender testet die AR-Brille und greift für alle anderen ins Leere.

Autorin

Stephanie Bos
Stephanie Bos

Communication Manager

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