Swissgrid baut die 150-Kilovolt-Leitung zwischen Samstagern, Thalwil, Waldegg (Zürich) und Obfelden etappenweise auf 220 Kilovolt (kV) aus. Damit stärkt Swissgrid langfristig die Versorgungssicherheit der Stadt Zürich und des linken Zürichseeufers.
Der Strombedarf im Grossraum Zürich wächst kontinuierlich. Elektromobilität, Wärmepumpen, Batteriespeicher, Rechenzentren und die zunehmende Elektrifizierung von Industrie und Alltag erhöhen die Anforderungen an das Stromnetz.
Die heutige 150-kV-Leitung zwischen Samstagern (Richterswil), Thalwil, Waldegg (Zürich) und Obfelden des ewz (Elektrizitätswerk der Stadt Zürich) wird etappenweise auf 220 kV ausgebaut.
Der Anschluss der Unterwerke Thalwil und Waldegg (Zürich) ans Höchstspannungsnetz stärkt die Versorgungssicherheit der Stadt Zürich und des linken Zürichseeufers.
Die Arbeiten an den insgesamt sechs Abschnitten sowie der Rückbau bestehender Leitungen dauern voraussichtlich bis 2033.
Im Oktober 2022 begannen im Raum Gattikon (Gemeinde Thalwil) die Bauarbeiten am ersten Abschnitt. Die erste Bauetappe von Schweikrüti bis Sihlhalden, sechs neue Masten, wurde im Oktober 2023 abschlossen. Bis Ende 2024 wurde die heutige Leitung, die teilweise durch Naherholungs- und Wohngebiete führte, rückgebaut. Von Frühling 2025 bis Mai 2026 erfolgte die zweite Bauetappe von Sihlhalden bis zum neuen Übergangsbauwerk in Kilchberg.
Im September 2026 reichte Swissgrid die Unterlagen für das Bewilligungsverfahren der nächsten Projektabschnitte zwischen Kilchberg – Waldegg, Obfelden – Waldegg und für das neue Unterwerk Waldegg ein.
Projekt
Ausgangslage
Der Grossraum Zürich ist heute von Norden her deutlich besser mit dem Höchstspannungsnetz verbunden als von Süden her. Im Norden reicht das 220-kV-Netz über die Unterwerke Auwiesen und Fällanden bis an die Stadt Zürich heran. Im Süden hingegen sind die Anschlusspunkte Obfelden und Samstagern nur über je eine 150-kV-Leitung bis zur Stadtgrenze verbunden. Swissgrid plant deshalb, die Leitung zwischen Samstagern (Richterswil), Thalwil, Waldegg (Zürich) und Obfelden in sechs Teilprojekten auf 220 Kilovolt (kV) auszubauen. Der Ausbau ist Teil des Strategischen Netzes von Swissgrid.
Warum das Projekt wichtig ist
Mit dem Anschluss der Unterwerke Thalwil und Waldegg an das Höchstspannungsnetz und der Verstärkung der Leitungen zwischen Obfelden und Samstagern wird das Höchstspannungsnetz auch von Süden her bis in die Stadt Zürich herangeführt. Dies erhöht die Transportkapazität sowie die Versorgungssicherheit der Stadt und der gesamten Region Zürich. Das Projekt ist auch für die SBB sehr wichtig, da auf einem Abschnitt zwei 132-kV-Leitungen mit Bahnstrom mitgeführt werden. Diese beiden Leitungen verbinden das Unterwerk Sihlbrugg mit dem Unterwerk Zürich, was die Versorgungssicherheit der SBB im Grossraum Zürich erheblich verbessert.
Der Ausbau der Hochspannungsleitungen im Raum Zürich Süd stärkt die Versorgungssicherheit der Stadt Zürich und der gesamten Region.
Die sechs Abschnitte des Projekts
Der Ausbau der Leitung zwischen Samstagern (Richterswil), Thalwil, Waldegg (Zürich) und Obfelden besteht aus sechs Teilprojekten. Die Baukosten des Gesamtprojekts belaufen sich auf rund CHF 170 Mio. Die Arbeiten an den unterschiedlichen Abschnitten sowie der Rückbau der bestehenden Leitungsabschnitte dauert voraussichtlich bis 2033.
Die sechs Abschnitte des Projekts zwischen Samstagern, Thalwil, Waldegg (Zürich) und Obfelden
Anschluss Unterwerk Samstagern
Beim Unterwerk Samstagern müssen Modifikationen an Unterwerk und Leitung umgesetzt werden, um die heute mit 150 kV betriebene Leitung ans 220-kV-Netz anzuschliessen.
Samstagern – Schweikrüti (Thalwil)
Zwischen Samstagern und Schweikrüti (Gemeinde Thalwil) ist die Leitung heute bereits für Höchstspannung ausgelegt, wird aber nur mit 150 kV betrieben. Swissgrid plant eine Spannungserhöhung auf 220 kV. Im September 2024 hat Swissgrid das Plangenehmigungsgesuch für die Spannungserhöhung zwischen Samstagern und Schweikrüti eingereicht. Das Leitungsprojekt hält alle gültigen Gesetze und Verordnungen ein. Dieser Abschnitt der Leitung wurde bereits beim Bau in den 1980er-Jahren auf 220 kV ausgelegt, weshalb nur der Ersatz des Erdseils sowie die vereinzelte Montage von Phasenabstandshaltern erforderlich ist. Das Unterwerk Samstagern wird baulich angepasst, und in dessen Nähe werden zwei neue Masten gebaut. Die Spannungserhöhung erfolgt gemäss aktuellem Zeitplan frühestens 2032.
Schweikrüti (Thalwil) – Kilchberg
Nach der 2023 erfolgten Inbetriebnahme des neu gebauten Leitungsabschnitts zwischen Schweikrüti und Sihlhalden begann Swissgrid ab Frühjahr 2025 mit der zweiten Bauetappe zwischen Sihlhalden bis Kilchberg. Der Bau eines Erdkabels ist auf diesem Abschnitt nicht möglich, weil zusammen mit der Swissgrid Leitung zwei 132-kV-Bahnstromleitungen der SBB auf den gleichen Masten mitgeführt werden. Die SBB-Leitungen müssen aus technischen Gründen auf diesem Abschnitt zwingend oberirdisch verlaufen. Auf dem Abschnitt Schweikrüti – Kilchberg wird das Unterwerk Thalwil angeschlossen, welches für die Versorgung des linken Zürichseeufers wichtig ist. Sobald das Unterwerk Thalwil ans Höchstspannungsnetz angeschlossen ist, wird als Ersatzmassnahme die 110-kV-Leitung Obfelden – Thalwil (sogenannte Albisleitung) der Axpo rückgebaut. Damit wird das Siedlungsgebiet von Langnau und Gattikon substanziell entlastet. Bei Kilchberg wird die Freileitung über ein neues Übergangsbauwerk in den Boden und ab da unterirdisch weitergeführt.
Bau des Übergangsbauwerks Kilchberg im Zeitraffer
Kilchberg – Waldegg (Zürich)
Von Kilchberg bis Frohalp in der Nähe des Bahnhofs Zürich Manegg wird die neue Leitung unterirdisch entlang der Autobahn gebaut. Danach wird sie durch die beim Bau der beiden Tunnelröhren des Uetlibergtunnels erstellten Rohrblöcke und anschliessend weiter in einem 2 km langen Stollen (Durchmesser ca. 4 m) unterirdisch bis ins Unterwerk Waldegg geführt. Die bestehende 132-kV-Leitung entlang der Autobahn wird im Anschluss rückgebaut.
In beiden Röhren des Uetlibergtunnels sind neben dem Werkleitungskanal bereits Leerrohre für die Kabel der Höchstspannungsleitung vorhanden.
Abschnitt Kilchberg – Waldegg (Zürich)
Unterirdisches Unterwerk Waldegg (Zürich)
Mit dem neuen Unterwerk Waldegg baut Swissgrid gemeinsam mit ewz einen wichtigen Knotenpunkt für die Stromversorgung der Stadt Zürich und der Region. Das Unterwerk wird unterirdisch gebaut, damit der Landschaftseinfluss und die Sichtbarkeit für das benachbarte Siedlungsgebiet möglichst gering sind.
Obfelden – Waldegg (Zürich)
Die Leitung zwischen Obfelden und Waldegg ist bereits für den Betrieb mit 220 kV ausgelegt und wird heute mit 150 kV betrieben. Bis voraussichtlich 2032 erhöht Swissgrid die Spannung auf 220 kV und schliesst damit das Unterwerk Waldegg an das Schweizer Höchstspannungsnetz an. Da die bestehende Leitung die technischen Voraussetzungen bereits erfüllt, sind dafür nur minimale bauliche Anpassungen erforderlich.
Abschnitt Obfelden – Waldegg (Zürich
Neue Leitung in Thalwil seit Oktober 2023 in Betrieb
Der Neubau der Leitung zwischen Schweikrüti und Kilchberg wird in zwei Etappen aufgeteilt. Swissgrid hat die erste Etappe zwischen Schweikrüti und Sihlhalden innerhalb eines Jahres realisiert.
Bau der sechs neuen Masten im Raum Gattikon – vom Fundament bis zum Einzug der Leiterseile
Von Oktober 2022 bis März 2023 wurden die Fundamente gebaut, welche aus 2200 Tonnen Beton bestehen. Anschliessend haben die Mastmonteure von April bis Juli 2023 sechs neue Masten montiert – eine Arbeit in schwindelerregender Höhe, denn die Masten sind 58 bis 85 Meter hoch. In den Masten stecken insgesamt 330 Tonnen Stahl und 16 800 Schrauben. Zum Schluss wurden von Juli bis September 2023 auf dem 1,7 km langen ersten Abschnitt rund 32 km Leiterseile eingezogen. Das war kein einfaches Unterfangen, da die Leitung zweimal die Autobahn A3 quert.
Der Abschnitt Schweikrüti (Thalwil) – Kilchberg ist in zwei Bauetappen aufgeteilt. Die erste Etappe wurde von Oktober 2022 bis Oktober 2023 gebaut, die zweite Etappe wird von Frühling 2025 bis Ende 2026 realisiert.
Eindrücke von der ersten Bauetappe in Thalwil
1/6
2/6
3/6
4/6
5/6
6/6
Genau ein Jahr nach Start der Arbeiten hat Swissgrid die neue Leitung vorerst mit 150 kV in Betrieb genommen, sodass bis Ende 2024 die alte Leitung in diesem Teilabschnitt rückgebaut werden konnte. Damit wurden der Gattikerweiher und das Wohngebiet von der Leitung entlastet.
1/10: Durch den Rückbau der alten Leitung in Gattikon wird das Wohngebiet spürbar entlastet.
2/10: Durch den Rückbau der alten Leitung in Gattikon wird das Wohngebiet spürbar entlastet.
3/10: Durch den Rückbau der alten Leitung in Gattikon wird der Gattikerweiher von der Leitung befreit.
4/10: Durch den Rückbau der alten Leitung in Gattikon wird der Gattikerweiher von der Leitung befreit.
5/10: Rückbau der alten Leitung
6/10: Rückbau der alten Leitung
7/10: Rückbau der alten Leitung
8/10: Rückbau der alten Leitung
9/10: Rückbau der alten Leitung
10/10: Rückbau der alten Leitung
Bauarbeiten für die neue Leitung zwischen Sihlhalden und Kilchberg abgeschlossen
Swissgrid begann ab Frühjahr 2025 mit den Bauarbeiten auf der rund 3,5 km langen zweiten Bauetappe von Sihlhalden bis Kilchberg. Die neue Freileitung verläuft teilweise entlang dem bestehenden Trassee, zweigt ab dem Gebiet «Längimoos» ab zum neuen Übergangsbauwerk neben der Autobahn bei Adliswil und Kilchberg. Auf diesem Leitungsabschnitt kommen elf moderne Stahlvollwandmasten zum Einsatz, die deutlich schlanker sind als herkömmliche Gitterkonstruktionen. Obwohl sie eine Höhe von knapp 60 Metern erreichen, fügen sie sich gut ins Landschaftsbild ein. Zuerst wurden die Mastfundamente gebaut. In einem zweiten Schritt folgte die Montage der Masten und der Einzug der neuen Leiterseile. Parallel dazu begann der Rückbau der alten Leitung. Die Inbetriebnahme der neuen Leitung erfolgte im Mai 2026. Die Leitung geht vorerst mit einer Spannung von 150 kV in Betrieb. Auf dem gleichen Trassee werden fortan zwei 132-kV-Bahnstromleitungen der SBB mitgeführt.
In Adliswil/Kilchberg entstand ein neues Übergangsbauwerk, welches die Freileitung über zwei rund 20 Meter hohe Abspannportale mit dem zukünftigen Erdkabelabschnitt durch den Uetlibergtunnel bis zum Unterwerk in Waldegg verbindet.
Für den Bau des zweiten Teilabschnitts wurden insgesamt rund 2000 Tonnen Beton, 385 Tonnen Stahl und 62 Kilometer Leiter- und Erdseile benötigt.
Erleben Sie die Bauarbeiten zwischen Sihlhalden und Kilchberg und erfahren Sie, wie Swissgrid das Netz für die Zukunft stärkt.
Eindrücke von der zweiten Bauetappe zwischen Sihlhalden und Kilchberg
1/15
2/15
3/15
4/15
5/15
6/15
7/15
8/15
9/15
10/15
11/15
12/15
13/15
14/15
15/15
Vorteile für Mensch und Umwelt
Durch die neue Leitungsführung entlang bestehender Infrastrukturen und den Rückbau der alten Leitung werden Wohngebiete in Adliswil, Langnau am Albis und Wollishofen sowie Naherholungsräume entlastet. Im Raum Gattikon verläuft die alte Leitung entlang der Autobahn A3. Die alte Leitung wurde rückgebaut. Dadurch verschwanden Masten und Betonfundamente aus dem Naherholungsgebiet um den Gattikerweiher.
Fragen und Antworten
Wann wird die 110-kV-Leitung Obfelden – Thalwil von Axpo (Albisleitung) zurückgebaut?
Sobald das Unterwerk Thalwil ans Höchstspannungsnetz angeschlossen ist, kann die 110-kV-Leitung Obfelden – Thalwil (sogenannte Albisleitung) von Axpo zurückgebaut werden. Damit wird das Siedlungsgebiet von Langnau und Gattikon entlastet.
Für den Anschluss vom Unterwerk Thalwil an das Höchstspannungsnetz müssen u.a. folgende Bedingungen erfüllt werden:
Die neue Leitung zwischen Schweikrüti und Unterwerk Thalwil muss gebaut sein. Dieser Leitungsabschnitt wurde im Herbst 2023 umgebaut.
Die Spannung auf dem Leitungsabschnitt zwischen Samstagern und Thalwil muss auf 220 kV erhöht sein. Das Projekt wurde im September 2024 in das Bewilligungsverfahren eingereicht. Aufgrund von Einsprachen und allfälligen Gerichtsverfahren verzögert sich die Spannungsumstellung um mehrere Jahre.
Das Unterwerk Thalwil muss umgerüstet werden für 220 kV.
Der Anschluss in Samstagern muss angepasst sein (Anschluss ans 220-kV-Netz).
Die Albisleitung kann erst rückgebaut werden, wenn eine Plangenehmigungsverfügung von den Behörden vorliegt und die Arbeiten umgesetzt sind.
Aus heutiger Sicht erwartet Swissgrid den Rückbau der 110-kV-Leitung Obfelden – Thalwil (Albisleitung) nicht vor 2033.
Diese Website verwendet Cookies. Wenn Sie auf unserer Website navigieren, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Weitere Informationen finden Sie in der Datenschutzerklärung oder unter Rechtliche Hinweise.