Netzprojekt Airolo – Lavorgo All'Acqua – Maggia – Magadino

Studio Generale

Gemeinsam Synergien nutzen

Gastautor *: Pietro Jolli


Nachdem das Studio Generale sowie die Zusammenarbeit zwischen Kanton, Swissgrid, Azienda Elettrica Ticinese (AET) und SBB auf dem Blog vorgestellt wurden, setzen wir unsere Reihe zu diesem wichtigen Planungsinstrument fort. Im nachfolgenden Interview spricht Roberto Pronini, Direktor der AET, über das Studio Generale zum Hoch- und Höchstspannungsnetz aus Sicht seines Unternehmens.

Die AET ist ein öffentlich-rechtliches Unternehmen im Eigentum des Kantons Tessin. Es kontrolliert 40 Prozent der aus Wasserkraft erzeugten Energie des Tessins und besitzt ein mehr als 400 Kilometer umfassendes überregionales Netz für Mittel- und Hochspannung. Der Grossteil der Kraftwerke der AET befindet sich im Alto Ticino, am Fluss Ticino im Leventinatal. Die AET ist einer der Partner des Studio Generale zum Hochspannungsnetz, bei der sie ihre über 60-jährige Erfahrung in Planung, Umsetzung und Instandhaltung von Netzanlagen in der Region südlich der Alpen einbringt.


Wie ist das Studio Generale zum Hoch- und Höchstspannungsnetz im Tessin entstanden?
Roberto Pronini: Die Studie wurde 2013 ins Leben gerufen, nachdem Swissgrid die kantonalen Höchstspannungsleitungen übernommen hatte.

Im Tessin diskutierte man seit Jahren über die Erneuerung des Stromtrassees zwischen Airolo und Lavorgo, einem entscheidenden Baustein für die Fertigstellung des durch den Kanton verlaufenden nationalen und internationalen 380-kV-Netzes. Der Einstieg der nationalen Netzgesellschaft war der ausschlaggebende Faktor, der endlich eine Konkretisierung des Projekts ermöglichte.

Im Zusammenhang mit dieser neuen Leitung zwischen Airolo und Lavorgo war eine Neuorganisation eines Grossteils der Netze im Alto Ticino erforderlich, darunter die Netze im Maggiatal, in der Region Locarno, im Bedrettotal sowie in der Alta Leventina. Daher hat der Kanton alle betroffenen Akteure (Swissgrid, den Kanton Tessin, die AET und die SBB) an einem Tisch versammelt, um die in dem Gebiet verlaufenden Trassees auf lange sicht zu optimieren.

So entsteht eine aus technischer wie auch aus wirtschaftlicher Sicht zweckmässigere und effizientere Planung.

Roberto Pronini, Direktor der AET

 
Welche Vorteile bringt die Zusammenarbeit zwischen mehreren Partnern?
Durch die gemeinsam mit allen Beteiligten geplante Neuordnung eines kompletten Netzabschnitts inklusive der Betrachtung von dessen langfristigen Entwicklung kann ein breiterer Überblick gewonnen werden. So lassen sich Lösungen finden, die andernfalls nicht möglich gewesen wären. Die Länge wie auch die Auswirkungen der Stromleitungen auf die Landschaft können reduziert werden.

So entsteht eine aus technischer wie auch aus wirtschaftlicher Sicht zweckmässigere und effizientere Planung. Der Austausch zwischen Partnern, die auf regionaler Ebene an zahlreichen weiteren Aktivitäten beteiligt sind, ermöglicht ausserdem die Nutzung bedeutender Synergien zugunsten des gesamten Projekts.

So konnte im Alto Ticino ein Plan entwickelt werden, in dem zahlreiche in der Region im Bau befindlichen Projekte berücksichtigt und integriert wurden: von der neuen Wasserkraftanlage Ritom über den Windpark bis hin zur Eröffnung des AlpTransit-Basistunnels und dem Start der Arbeiten für den zweiten Autobahntunnel.

AET: La via dell'energia
AET: La via dell'energia

Welche Vorteile hat das Projekt für die AET?
Parallel zum Studio Generale hat die AET intern einen Prozess zur strategischen Netzplanung gestartet, durch den die primären Investitionen für die Erneuerung ihrer Infrastrukturen auf Netzebene 3 und Netzebene 5 für die nächsten 30 Jahre festgelegt wurden. In diese strategische Planung flossen die Ergebnisse aus dem Studio Generale ein. Ausserdem kamen ihr die mit den anderen beteiligten Partnern geknüpften Beziehungen zugute.

Der Austausch zwischen Partnern ermöglicht die Nutzung bedeutender Synergien zugunsten des gesamten Projekts.

Roberto Pronini, Direktor der AET

 
Dank der strategischen Planung wurde das Hochspannungsnetz der AET in der Region optimiert. Es wurde auf zwei Stufen reduziert, wobei die Trasseelänge verkürzt und zugleich die Übertragungssicherheit und -kapazität erhöht werden konnte. Der Planungshorizont von 30 Jahren hat zudem erhebliche Kosteneinsparungen ermöglicht.

Was sind die Ziele für die Zukunft?
Das Studio Generale wird auf das gesamte Kantonsgebiet ausgedehnt. Nach Abschluss der Etappe für das Gebiet Alto Ticino Westteil arbeiten wir nun an der zweiten Etappe, die das Bleniotal, die Bassa Leventina, die Riviera und die Magadinoebene betrifft. Danach wird das Sottoceneri folgen.



Gastautor *

Pietro Jolli
Pietro Jolli

Leiter Kommunikation
Azienda Elettrica Ticinese (AET)

* Der Dialog ist für Swissgrid von zentraler Bedeutung. Denn der gegenseitige Austausch hilft, Verständnis aufzubauen und den Wissensstand zu erweitern. Deshalb publizieren wir auf dem Swissgrid Blog auch Artikel von Gastautorinnen und Gastautoren zu relevanten Themen. Die darin vertretene Meinung ist die der Autoren und nicht die von Swissgrid.

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