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Für eine sichere Energieversorgung im Oberwallis

Swissgrid modernisiert das Höchstspannungsnetz im Oberwallis für einen zukünftigen Betrieb mit einer Spannung von 380 Kilovolt.

Autor: Jan Schenk


Die Kapazitätserhöhung ist mit Blick auf die Energiestrategie des Bundes nötig, um die wachsende Stromproduktion aus Wasserkraft im Kanton Wallis ins Schweizer Mittelland zu transportieren und damit die Versorgungssicherheit im Wallis und der ganzen Schweiz langfristig zu stärken.

Ausbau wichtiger Energie-Achsen

Für die langfristige Versorgungssicherheit der Schweiz ist es unerlässlich, die notwendige Verstärkung auf 380 Kilovolt (kV) so rasch wie möglich zu realisieren. Ein wichtiger Aspekt ist der bedarfsgerechte Ausbau der Netze: Die Verteilung der Energieflüsse auf mehrere Nord-Süd-Achsen – z.B. via Grimsel oder Gemmi – erhöht die Transportkapazität. Die Leitungen spielen auch für den Stromtransit auf der Nord-Süd-Achse eine Rolle. Die Schweiz ist keine Insel, sondern ins europäische Übertragungsnetz eingebunden. Das ist wichtig und dient nicht zuletzt auch der Schweiz selbst, z.B. bei einer Mangellage. Das Netz der Schweiz ist nur stabil, wenn das europäische Netz stabil ist.

Energieproduktion und Übertragungsnetz im Wandel

Im Dezember 2019 wurde das Kernkraftwerk Mühleberg abgeschaltet. Dadurch fällt jährlich im Mittelland eine Stromproduktion von rund 3000 Gigawattstunden weg. Dies entspricht fünf Prozent der Schweizer Energieproduktion oder dem Jahresverbrauch von 700 000 Haushalten. Um diese nun fehlende Einspeisung im Schweizer Stromnetz zu kompensieren, muss mittelfristig mehr Strom in anderen Schweizer Kraftwerken, wie beispielsweise dem Pumpspeicherkraftwerk Nant de Drance, mit 900 MW eines der leistungsstärksten Europas, produziert und ins Mittelland transportiert werden.

Strukturelle Engpässe abwenden

Das Schweizer Übertragungsnetz weist bereits heute strukturelle Engpässe auf. Die Netzinfrastruktur im Kanton Wallis ist davon besonders betroffen. Die sichere Verbindung der Wasserkraftwerke in den Alpen mit den Verbraucherzentren im Mittelland ist unerlässlich. Bereits heute muss Swissgrid die Kraftwerksbetreiber regelmässig anweisen, ihre Produktion einzuschränken. Deshalb sind die Spannungserhöhungen auf 380 kV unerlässlich. Nur so gelingt es, die produzierte Energie abzutransportieren und damit die Versorgungssicherheit in der ganzen Schweiz zu gewährleisten.

Situationsplan Oberwallis

Informationen zu einzelnen Netzprojekten


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Jan Schenk